Skipnavigation

Navigation

Zwischen Bestandserhaltung und Bühnennebel - Deutsche Kolonialakten in Kamerun

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kamerun bemüht sich das Bundesarchiv um die Sicherung und Nutzbarmachung von Akten der deutschen Kolonialverwaltung.

10.01.2018

Internationale Zusammenarbeit

Bestandserhaltung

Sondierungsreise II: Buea und Duala

Deutsche Spuren am Kamerunberg

300 Kilometer von der Hauptstadt Jaunde entfernt liegt Buea. In 1000 Metern Höhe am 4000 Meter hohen Kamerunberg gelegen, war Buea ab 1901 wegen des verhältnismäßig angenehmen Klimas Sitz der deutschen Kolonialverwaltung. Das "Puttkamer-Schlösschen", der Bismarck-Brunnen und der deutsche Friedhof zeugen noch heute von dieser Zeit. In der dortigen Zweigstelle des Nationalarchivs wird die "Bücherei des Kaiserlichen Gouvernements" bewahrt. Vor allem aber ist das Archiv für die Verwaltungsakten des nach 1919 unter britische Mandatsverwaltung gelangten Teils Kameruns zuständig. Die Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut ist in Buea eine besondere Herausforderung: die Region gehört zu den regenreichsten der Welt.

Hafen, Kunst und Geschichte

Der Hafen von Duala ist der größte Kameruns und der gesamten Region, die Stadt eine chaotische Millionenmetropole mit rasant wachsenden Slumgebieten entlang der Ausfallstraßen. Eine Oase der Ruhe ist das Kunstzentrum doual’art, das seit über zwanzig Jahren von Marylin Douala-Bell geleitet wird. Sie ist die Urenkelin des 1914 von der deutschen Kolonialmacht hingerichteten Königs Rudolf Douala Manga Bell. Die Vermittlung der Geschichte ihres Volkes und ihres Landes ist ihr ein wichtiges Anliegen. Ausgearbeitete Stadtrundgänge, Erklärungstafeln und Führungen bringen Einheimischen wie Besuchern die Vergangenheit der Stadt näher: Ein Denkmal erinnert noch immer an Gustav Nachtigal, der am 14. Juli 1884 in Duala die deutsche Flagge hisste.