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Zwischen Bestandserhaltung und Bühnennebel - Deutsche Kolonialakten in Kamerun

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kamerun bemüht sich das Bundesarchiv um die Sicherung und Nutzbarmachung von Akten der deutschen Kolonialverwaltung.

31.01.2018

Internationale Zusammenarbeit

Bestandserhaltung

Kolonialgeschichtlicher Workshop mit Studierenden

Von Potsdam nach Afrika - Auf kolonialgeschichtlicher Entdeckungsreise mit Studierenden der FH Potsdam

Dank einer Kooperation von Bundesarchiv, Fachhochschule Potsdam und Deutschem Historischem Museum erlebten Anfang April 2017 Studierende der Bachelor- und Master-Studiengänge Archiv eine intensive Blockwoche zum Thema "Quellen zur deutschen Kolonialgeschichte und ihre Vermittlung".

Ausstellung "Deutscher Kolonialismus"

Den Auftakt bildete ein Besuch der Ausstellung "Deutscher Kolonialismus" im Deutschen Historischen Museum, in der auch das Bundesarchiv mit Leihgaben vertreten ist. Herr Dr. Scriba, Projektleiter der Ausstellung, gab in seiner Führung Einblicke in die Entstehung der Ausstellung und erläuterte Präsentationsformen unterschiedlicher Quellenarten. Er wies darauf hin, dass die meisten Quellen europäische Sichtweisen wiedergeben, und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen, die der Kolonialismus auf betroffene Länder und Menschen bis heute hat.

Quellenkunde und Quellenkritik

Bei einem Tag im Bundesarchiv faszinierten Originalquellen zu afrikanischen und pazifischen Kolonien die Studierenden ebenso wie die konservatorischen Herausforderungen afrikanischer Archive, die Herr Dr. Barteleit, Abteilungsleiter für Archivtechnik und Bestandserhaltung, mit den Studierenden diskutierte. Eine Liegenschaftsführung, bei der Herr Benhaimi u.a. Literatur zu kolonialer Thematik präsentierte, rundete den Besuch ab.

Die Beschäftigung mit Einzeldokumenten ziviler und militärischer Dienststellen sowie privater Herkunft stand im Mittelpunkt des nächsten Tages. Die Studierenden arbeiteten formale Merkmale der Quellen heraus, stellten ihrenn Inhalt vor und ordneten sie in den historischen Kontext ein. Dabei lernten sie die wichtigsten deutschen Kolonien sowie verschiedene Phasen deutscher Kolonialpolitik kennen. Frau Herrmann zeigte aktuelle Bezüge auf und leitete mit Texten, Bildern und Musik zur Vermittlung von Quellen über.

Szenische Darstellung von Archivgut

Nach einer methodischen Einführung durch Frau Prof. Freund, Fachhochschule Potsdam, entwickelten die Studierenden Ideen zur szenischen Darstellung von Archivgut, die sie am nächsten Tag präsentierten. Die kleinen Aufführungen ermöglichten neben dem rationalen auch einen emotionalen Zugang zu Archivgut und machten neugierig, mehr über Samoa, Kamerun und die anderen deutschen Kolonien zu erfahren. Mit Unterrichtseinheiten und Übungen zu Quellenkritik und Geschichtsdidaktik schloss Frau Freund die Blockwoche ab.

Die Studierenden waren sich einig – diese Blockwoche hat sich gelohnt! Das Interesse an der Kolonialgeschichte war spürbar gestiegen, die Faszination am Umgang mit archivischen Quellen (neu) entfacht. Und möglicherweise werden einige Impulse einmal zu konkreten Projekten der historischen Bildungsarbeit.