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Nitrofilmlagerung im Bundesarchiv

24.03.2017

Film

Bestandserhaltung

Trotz der von Nitrofilmen ausgehenden Gefahr haben sich die Archive im internationalen Filmarchivverband (FIAF) verpflichtet, sie auch nach der Umkopierung auf Sicherheitsfilm zugänglich zu halten.

Deshalb werden heute nur umkopierte Filme vernichtet, die sich bereits zersetzen. Das war vor einigen Jahrzehnten noch anders: Nach einem Nitrobrand im Bundesarchiv im Jahr 1988 wurde umkopiertes Nitromaterial umfassender kassiert, um die verbleibende Brandlast zu verringern.

Der Erhaltungszustand der im Bundesarchiv aufbewahrten Filmen auf Nitrozelluloseträgern wird regelmäßig überprüft. Wenn Verluste drohen, werden die entsprechenden Filme sofort auf Schutzmedien kopiert.

Technische Details

  • Die Magazine für Nitrozellulosefilm in Hoppegarten bieten Platz für 80.000 Büchsen und sind nahezu voll belegt.
  • Das Lagerungsklima beträgt +6°C und 50% relative Luftfeuchte, mit einer Toleranz von +/- 2C° bzw. +/-5% RH.
  • Im Unterschied zu Magazinen, in denen Schriftgut aufbewahrt wird, muss Filmmaterial nicht nur klimastabil gehalten, sondern dauerhaft entlüftet werden, um entweichende Gase abzuführen.
  • Zur Schadensbegrenzung bei Störungen der Klimaanlage sind die Kammern einzeln klimatisiert. Die gesamte Klimatechnik ist zudem im Flur außerhalb der Kammern untergebracht, um Feuergefahr durch technische Havarien zu vermindern.
  • Die Lagergebäude sind mit computergesteuerter Gebäudeleittechnik ausgestattet.
  • Ein Erdwall soll darüber hinaus den Druck einer möglichen Explosion abfangen.