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100 Jahre: Aufstand der Matrosen in Kiel

Kalender 3. November 1918

Matrosen vom Linienschiff "Prinzregent Luitpold" an Deck des Schiffes mit Tafel "Soldatenrat Kriegsschiff Prinzregent Luitpold. Es lebe die sozialistische Republik"

In der Nacht zum 1. November 1918 wurde das III. Geschwader der Kaiserlichen Flotte von Wilhelmshaven in den Marinestützpunkt und Heimathafen Kiel zurückbeordert. An Bord befanden sich die Anführer der Meuterei, die wenige Tage zuvor in Wilhelmshaven auf einzelnen Kriegsschiffen ausgebrochen war.

Noch am Abend des 1. November trafen sich ca. 250 Matrosen im Gewerkschaftshaus in Kiel. Hier wurde die Bildung einer Delegation beschlossen, die beim Kommandeur die Freilassung der inhaftierten Kameraden erwirken sollte. Die Delegation wurde jedoch nicht angehört und abgewiesen. Weitere Versammlungen wurden verboten, und das Gewerkschaftshaus wurde geschlossen und abgeriegelt. Zugleich hatten weitere Marineangehörige an Bord und an Land sowie die Arbeiterschaft und die Gewerkschaften Kenntnis von den Vorgängen im III. Geschwader bekommen und verbündeten sich mit den Matrosen. Am 3. November demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Kiel und forderten die Beendigung des Krieges sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen. Der Gouverneur der Stadt, Wilhelm Souchon, befahl, den Demonstranten „mit allen Mitteln, wenn nötig auch mit Waffengewalt, entgegenzutreten“. Sieben Tote und 29 Verletzte forderten die anschließenden Straßenkämpfe. Die Unruhen breiteten sich in den Folgetagen in ganz Deutschland aus.

100 Jahre Weimarer Republik beim Bundesarchiv

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