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70 Jahre: Währungsreform und Berlin-Blockade

Kalender 20. Juni 1948

Am 20.6.1948 erfolgte eine Neuordnung des Geldwesens in den Westlichen Besatzungszonen. Eine Währungsreform trat in Kraft, und die „Deutsche Mark“ ersetzte ab dem 21.6.1948 die bis dahin gültigen Zahlungsmittel „Reichsmark“ und „Rentenmark“, die damit ungültig wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg blieben Waren sehr knapp; Nahrung und andere Güter gab es nur in geringen Mengen und nur über Lebensmittelmarken und Bezugsscheine. Geld war jedoch im Übermaß vorhanden, was zu einer zurückgestauten Inflation führte und die Reichsmark somit fast wertlos machte. Die Bürger suchten den Schwarzmarkt auf, um an Güter zu gelangen, die dort zu enorm hohen Preisen angeboten wurden, oder tauschten nur noch Waren mit anderen Waren, wodurch das Geld noch mehr an Bedeutung verlor.

Mit der Währungsreform wollte man den Geldüberhang beseitigen und die Grundlage für eine funktionierende Marktwirtschaft aufbauen, was schließlich auch gelang. Die Währungsreform legte im Westen den Grundstein für das folgende Wirtschaftswunder.

Die Banknoten für die neue Währung wurden ab September 1947 in New York City und Washington, D.C. gedruckt und durch einen geheimen Geldtransport mit der Bezeichnung „Operation Bird Dog“ nach Deutschland gebracht. Der Transport fand von Februar bis April 1948 statt.

Mit dem Inkrafttreten der Währungsreform erhielt jeder Bürger in den Westlichen Besatzungszonen am 20.6.1948 40 D-Mark, sogenanntes „Kopfgeld“. Ein Tag später, am 21.6.1948, wurde die D-Mark zum alleinigen Zahlungsmittel. Gesparte Guthaben in Reichsmark wurden im Verhältnis 100:6,5 umgetauscht. Gehälter, Löhne, Pensionen, Renten, Mieten und Pachtzinsen wurden im Verhältnis 1:1 umgestellt und Schulden in Reichsmark im Verhältnis 10:1 D-Mark umgerechnet.

Die Einführung der D-Mark vertiefte jedoch auch die Spaltung Deutschlands, und die Reaktion der Sowjetunion auf die Währungsreform in den drei Westzonen kam sehr schnell. Am 23.6.1948 wurde in der Sowjetischen Besatzungszone ebenfalls eine Währungsreform durchgeführt. Jedoch wurden in dieser Zeit noch keine neuen Banknoten gedruckt, weshalb die Reichsmarkscheine zunächst mit Coupons beklebt wurden. Jeder Bewohner konnte 70 Reichsmark im Verhältnis 1:1 umtauschen, höhere Summen konnten im Verhältnis 1:5 umgetauscht werden und Beträge ab 1000 Reichsmark im Verhältnis 1:10. Die neue Währung in der Sowjetischen Besatzungszone verbesserte den Lebensstandard allerdings nicht spürbar.

Die Währungsreform war aber nicht die einzige Reaktion der Sowjetunion. Am 24.6.1948 begann nach dem gescheiterten Versuch, die Währungsreform der sowjetischen Besatzungszone auf Gesamtberlin auszudehnen, die sogenannte Berlin-Blockade. Damit erklärte die Sowjetunion die Vier-Mächte-Verwaltung Groß-Berlins für "praktisch beendet".

Die westlichen Alliierten begegneten der Blockade, indem sie ab dem 26.6.1948 die Bevölkerung West-Berlins mit Waren und Lebensmitteln durch eine britisch-amerikanische Luftbrücke versorgten.

Lea-Celine Hermani