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Akten des Instituts für Arzneimittelwesen der DDR erschlossen

Die Bearbeitung des Bestandes DQ 116 Institut für Arzneimittelwesen wurde abgeschlossen und ist über die Rechercheanwendung invenio online recherchierbar.

17.01.2018

Öffentlichkeitsarbeit

Erschließung

Im radiochemischen Laboratorium des Deutschen Institutes für Arzneimittelwesen in Berlin-Weißensee bereitet ein Dipl.-Chemiker hinter Blei-Bausteinen die ph-Messung (Wasserstoffkonzentration) einer radioaktiven Arzneistofflösung vor.

Das Institut für Arzneimittelwesen (IFAR, von 1964 bis 1974 Deutsches Institut für Arzneimittelwesen, DIAR) war dem Ministerium für Gesundheitswesen (MfGe) unterstellt und hatte seinen Sitz in der Großen Seestraße 4 in Berlin. Als Vorläufer des DIAR/IFAR können das 1950 gegründete Zentralinstitut für Arzneimittelprüfung und das 1955 daraus hervorgegangene Staatliche Institut für Arzneimittelprüfung bezeichnet werden. Aus letzterem gingen wiederum, mit dem Inkrafttreten des ersten Arzneimittelgesetzes, im Jahr 1964 das Institut für Apothekenwesen und das DIAR als getrennte Behörden hervor.

Das DIAR/IFAR war unter anderem für die Ausarbeitung von Plänen zur Entwicklung des Arzneimittelsortiments, die Eintragung von Arznei- und Gesundheitspflegemitteln in das Arzneimittelregister (nach voriger Zustimmung des Zentralen Gutachterausschusses für Arzneimittelverkehr/ZGA, der dem MfGe angegliedert war), die Genehmigung von Änderungen, die Arzneimittelüberwachung sowie die wissenschaftliche Anleitung, Beratung und Kontrolle der Arzneimittelbetriebe zuständig. Auch im Bereich Standardisierung und Forschung hatte das IFAR einige Aufgaben inne, wie etwa die Ausarbeitung wissenschaftlicher Methoden und Normen zur Prüfung und Analyse von Arzneimitteln sowie die Koordinierung der Arbeiten am Arzneibuch.

Bestand DQ 116

Ein Großteil dieser Aufgaben spiegelt sich in der Überlieferung des Bestandes DQ 116 wieder, wobei der Hauptteil aus Akten zur Zulassung, Löschung und klinischen Prüfung von in der DDR und im Ausland hergestellten Arznei- und Gesundheitspflegemitteln besteht. Der Bestand hat eine Laufzeit von 1950 bis 1990 (1998).

Zusammen mit der Überlieferung aus dem Bereich Pharmazie des Bestandes DQ 1 Ministerium für Gesundheitswesen stellen die Unterlagen des IFAR eine bedeutende Quelle für die Erforschung der Arzneimittelherstellung, -prüfung, -abgabe und -gesetzgebung in der DDR dar. Auch die Bestände DQ 100 Zentralinstitut für Apothekenwesen und Medizintechnik, DQ 105 Versorgungszentrum für Pharmazie und Medizintechnik, DQ 108 Zentrales Exportbüro beim Ministerium für Gesundheitswesen, DQ 114 Staatliches Kontrollinstitut für Immunbiologische Arzneimittel und DQ 115 Staatliches Institut für Immunpräparate und Nährmedien kommen im Zusammenhang mit einer Erforschung des Arzneimittelwesens der DDR für eine Recherche in Frage.