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Nachlass Gurlitt erschlossen

Nach dem Abschluss der Erschließungs- und Verzeichnungsarbeiten im schriftlichen Teil des Familiennachlasses Gurlitt sowie dem dazugehörigen umfangreichen Buchbestand sind die Bestands- und Erschließungs­informationen soweit rechtlich möglich online recherchierbar.

29.10.2018

Benutzung

Erschließung

Großes mediales Aufsehen erregte im Herbst 2013 die Beschlagnahme der Kunstbestände von Cornelius Gurlitt durch die bayerische Staatsanwaltschaft. Cornelius Gurlitt, der bis dahin zurückgezogen in München und in Salzburg lebte, hatte die Kunstwerke von seinem Vater, dem Kunsthändler Hildebrand Gurlitt geerbt.

Seit dem Fund der Kunstgegenstände sind verschiedene Institutionen mit der Ermittlung ihrer Provenienz befasst. Im Projekt „Provenienzrecherche Gurlitt“ unter der Trägerschaft des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste wurden der schriftliche Nachlassteil signiert und inventarisiert sowie Geschäftsunterlagen und Werkfotos digitalisiert. Die Digitalisate sind in den Benutzersälen des Bundesarchivs einsehbar.

Nach dem Tod von Cornelius Gurlitt im Jahr 2014 wurde das Kunstmuseum Bern Alleinerbe des Nachlasses. Ein Teil der Kunstwerke verblieb in Bern, ein weiterer Teil befindet sich seither zur Abklärung der Provenienz in der Bundesrepublik Deutschland. In einer trilateraleren Vereinbarung wurde festgelegt, dass die Materialien aus dem Nachlass dem deutschen Bundesarchiv als Archivgut übergeben und dort nach den Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes zugänglich gemacht werden.

Inhaltliche Zusammensetzung der Materialien beim Bundesarchiv

Im schriftlichen Nachlassteil sind in unterschiedlichem Umfang Dokumente von Familienmitgliedern Gurlitts enthalten, darunter einige mit zahlreichen Skizzen versehene Reisetagebücher des Dresdner Baumeisters Otto Biedermann Günther (1802-1881). Hier überliefert sind auch Notiz- und Skizzenbücher sowie drei Tagebücher des Architekten, Barockforschers und Rektors an der TU Dresden, Cornelius Gurlitt sen. (1850-1938), dessen Hauptnachlass sich im Universitätsarchiv der TU Dresden befindet.

Den umfangmäßig und inhaltlich bedeutsamsten Teilnachlass bilden die Akten von Hildebrand und Helene Gurlitt. Hierin enthalten sind u. a. Geschäftskorrespondenz, Vortragsmanuskripte und private Unterlagen, wie z. B. Kriegstagebücher von Hildebrand Gurlitt aus der Zeit des 1. Weltkrieges.

Wert für die Provenienzforschung

Die im Nachlass vorhandenen Unterlagen von Cornelius Gurlitt und seiner Schwester Renate Benita Fräßle, geb. Gurlitt, geben wenig Aufschluss für Provenienzrecherchen. Der umfangreiche Buchbestand, darunter zahlreiche Ausstellungs- und Auktionskataloge, enthält vielfach Annotationen, Notizen, Anmerkungen und vereinzelt Preise für Kunstwerke. Er ist als Teil des Nachlassbestandes erschlossen worden und ermöglicht zusätzliche Rechercheansätze für die Provenienzforschung.

Die Benutzung des Bestandes unterliegt den Schutzfristen und sonstigen Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes. Sofern noch personenbezogene Schutzfristen gelten, können Erschließungsinformationen nicht online gestellt werden. Für eine vollumfängliche Recherche ist deshalb eine Einsichtnahme beim Bundesarchiv nötig.