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Die Überlieferung der Treuhandanstalt beim Bundesarchiv

Informationen zu den Dimensionen der Überlieferung, der Bearbeitung beim Bundesarchiv und den Zugangsmöglichkeiten

29.11.2017

Übernahme und Bewertung

Erschließung

Benutzung

Teilnehmer einer Demonstration in Unterwellenborn gegen Verantwortliche der Treuhandgesellschaft, 19. Dezember 1990

Die Treuhandanstalt/BvS hat insgesamt ungefähr 45 km Akten produziert. Seit 2007 übernimmt das Bundesarchiv übernimmt das Bundesarchiv kontinuierlich diese Unterlagen, insgesamt bisher etwa 35.000 Akteneinheiten. Davon wurden etwa 12.000 Akteneinheiten bereits abschließend archivisch bearbeitet. Die archivische Bearbeitung umfasst die Entscheidung darüber, ob die Akten auf Dauer aufbewahrt werden und die inhaltliche Erfassung der Akten, so dass sie recherchiert werden können.

Momentan geht das Bundesarchiv davon aus, dass es insgesamt ungefähr 170.000 Akteneinheiten (ca. 12 km) übernehmen wird. Das ist prozentual weit mehr, als es für Bundesbehörden üblich ist. Nach der derzeitigen Planung soll der Übernahmeprozess bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Projekt des Bundesarchivs

Im April 2016 startete beim Bundesarchiv das Projekt „Aufarbeitung der Überlieferung der Treuhandanstalt/Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben“. Es ist auf acht Jahre angelegt. Zu der Projektgruppe gehören vier Archivarinnen und Archivare.

Zugang zu den Akten

Der Zugang zu den Akten der Treuhandanstalt/BvS, soweit sie sich bereits im Bundesarchiv befinden, ist grundsätzlich möglich und richtet sich ausnahmslos für alle Benutzer nach dem Bundesarchivgesetz. Das Bundesarchivgesetz sieht grundsätzlich für Archivgut des Bundes eine Schutzfrist von 30 Jahren vor. Das Bundesarchiv kann diese Schutzfrist auf Antrag verkürzen, sofern dem keine rechtlichen Schranken entgegenstehen, etwa schutzwürdige Belange Betroffener oder Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. In die Verkürzung der Schutzfrist muss gemäß Bundesarchivgesetz die Stelle einwilligen, bei der die Akten entstanden sind – in diesem Fall die BvS. Das Bundesministerium der Finanzen wird nicht beteiligt. Bisher gab es keinen Fall, in dem die BvS einer Schutzfristverkürzung nicht zugestimmt hätte.

Geschichte der Treuhandanstalt/BvS

Die Treuhandanstalt wurde am 1. März 1990 gegründet. Mit dem Datum der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde sie dem Bundesministerium der Finanzen unterstellt. Ihre Hauptaufgabe war es, die etwa 8.500 Volkseigenen Betriebe der DDR zu sanieren, zu privatisieren, zu restituieren, zu kommunalisieren oder abzuwickeln. Anfang 1995 wurde sie in Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, kurz BvS, umbenannt. Seit Anfang 2004 befindet sie sich in Abwicklung und hat inzwischen fast alle der ihr noch verbliebenen Aufgaben Geschäftsbesorgern übertragen.