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Suchen meint u.a. die intensive Bemühung Verlorengegangenes wiederzufinden.
In den Wirren der letzten Kriegstage und der Nachkriegszeit waren Verluste verschiedenster Art enorm. Zu nennen sind neben den vielen Todesopfern, Vermissten und Gefangenen, die zahlreichen Menschen, die oft übereilt und planlos ihr Zuhause verlassen mussten. Neben dem zurückgelassenen Besitz wog der Verlust der engsten Angehörigen und Freunde besonders schwer. Es gab kriegsbedingt keine organisierten, handlungsfähigen (staatlichen) Strukturen, die ein schnelles, planvolles Suchen und Finden ermöglicht hätten und so blieben Schicksale zunächst oft ungeklärt. Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände sahen es in dieser Situation als ihre christliche Pflicht an, die Not der Menschen zu lindern. Aus dieser Motivation und den ersten darauf gründenden Aktionen heraus entwickelte sich der Kirchliche Suchdienst (KSD) als Gemeinschaftswerk von Caritas und Diakonie. Seine Ziele waren in den ersten Jahren sehr fokussiert – Schicksale aufzuklären und Familien wieder zusammenzuführen. In diesem Kontext entstanden auch die Heimatortskarteien (HOK). Im Laufe der Jahre wurden ihm von staatlicher Seite weitere Aufgaben zugeteilt und auch die Notwendigkeit einer langfristigen Eingliederung zugewanderter Flüchtlinge, Vertriebener und Spätaussiedler barg neues Aufgabenpotential für den KSD. So wurde ihm neben der Nachforschung nach Zivilvermissten aus den Vertreibungsgebieten auch die Erteilung von Auskünften in behördlichen Angelegenheiten aufgetragen. In den 50er Jahren wurde er darüber hinaus mit der Gesamterhebung zur Klärung des Schicksals der deutschen Bevölkerung in den Vertreibungsgebieten beauftragt. Insbesondere befasste er sich zuletzt aber auch mit Ahnen- und Familienforschung sowie der Erbenermittlung. Nach über 70 Jahren stellte der KSD seine Tätigkeit zum 30.09.2015 ein. Die restlichen Unterlagen der bis dahin verbliebenen beiden Dienststellen Passau und Stuttgart wurden im August 2016 an das Bundesarchiv – Lastenausgleichsarchiv abgegeben. Neben den in Bayreuth verwahrten Beständen der HOK sind diese Dokumente seit Januar 2017 im Bestand B530 (sowie in dessen Nebenbestand B530-KARTEIEN) recherchierbar. Aber auch an anderen Dienstorten des Bundesarchivs wird Schriftgut verwahrt, welches Informationen über den KSD und seine Geschichte bereithält. Beispiele hierfür sind Nachlässe sowie archiviertes Schriftgut des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte.