Skipnavigation

Navigation

Integration versus Rückkehr - Die Vertriebenenverbände und das "Recht auf die Heimat"

Prof. Dr. Matthias Stickler (Julius-Maximilians-Universität, Würzburg)

Die sogenannte Heimatpolitik der Vertriebenenverbände war gekennzeichnet von einer ge-wissen Janusköpfigkeit: Einerseits wurde auf der Offenheit der Deutschen Frage insistiert und hierbei eine Beschränkung der Reichweite der Wiedervereinigung auf die "Potsdamer Gren-zen" strikt abgelehnt. Damit eng verbunden war die Vorstellung, dass die Vertriebenen bzw. deren Nachkommen das Recht besäßen, in "die Heimat" zurückzukehren. Mit der Konstrukti-on eines "Rechtes auf die Heimat" versuchte man, diesen Anspruch juristisch zu untermauern. Andererseits wurde die Notwendigkeit einer erfolgreichen Integrationspolitik betont, was zwangsläufig mit dem Ziel einer aktiven Rückkehrpolitik kollideren musste. Daraus entstand ein Zielkonflikt, der seit den 1960er Jahren die Glaubwürdigkeit der Heimatpolitik des BdV und seiner Mitgliederverbände vor dem Hintergrund einer sich verändernden westdeutschen Gesellschaft immer mehr in Frage stellte.