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Durch das Gesetz zur zentralen Archivierung von Unterlagen aus dem Bereich des Kriegsfol-genrechts (KrArchG) vom 6. Januar 1988 wurde das Lastenausgleichsarchiv ins Leben geru-fen und unter anderem verpflichtet, die Unterlagen der Heimatortskarteien des Kirchlichen Suchdienstes zu übernehmen. Gleichzeit wird es als Teil des Bundesarchivs definiert, so dass seine Tätigkeit nach den Regeln des Bundesarchivrechts zu erfolgen hat, was eine fachlich basierte Bewertung einschließt. Obwohl das Gesetz von einer Einschätzung des Werts der Heimatortskarteien ausgeht, die weder im Gesetzestext noch in der amtlichen Gesetzesbe-gründung mehr als lediglich konstatiert wird, ist es möglich, auf archivwissenschaftlicher Grundlage die Archivwürdigkeit der Unterlagen zu identifizieren. Dafür ist es nötig, Bezug auf eine Bewertung der Bedeutung und Wirkung der Funktionen zu nehmen, die ursächlich für die Entstehung der Heimatortskarteien waren. Es zeigt sich, dass die Beurteilung des blei-benden Werts der Heimatortskarteien sowohl seitens der Politik, der durch die Vertriebenen-lobby und die Medien kommunzierten Meinung als auch seitens der Archiv- und Geschichts-wissenschaft zu einem einheitlichen Ergebnis kommt. Demnach würde eine Teil- oder Aus-wahlarchivierung gegenüber einer Voll- oder Totalarchivierung zu einer nicht vertretbaren Minderung des Informationswerts der Überlieferung führen. Zwar wurde im Kriegsfolgenar-chivierungsgesetz tatsächlich ein Bewertungspräjudiz geschaffen. Indem das Lastenaus-gleichsarchiv aber zugleich in die rechtliche Sphäre des Bundesarchivgesetzes gestellt wurde, wurde sichergestellt, dass fachlich fundierte Bewertungsgrundsätze eine optimale Überliefe-rungsbildung der betroffenen Unterlagen aus dem Bereich des Kriegsfolgenrechts dauerhaft garantieren.