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100. Geburtstag von Lilo Herrmann

  • Nationalsozialismus (1933-1945)

Hintergrundinformationen

Lilo Herrmann (23. Juni 1909 - 20. Juni 1938) Lilo Herrmann gehört als erste hingerichtete Widerstandskämpferin zu den bekanntesten Opfern des Nationalsozialismus. Sie wurde am 23. Juni 1909 in Berlin geboren. Seit ihrem Studium war sie Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands und der Roten Studentengruppe. Aufgrund ihres Engagements für die Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten an der Berliner Universität wurde sie im Juli 1933 von der Universität verwiesen und vom Studium ausgeschlossen. Seitdem arbeitete sie illegal im Widerstand.

Gemeinsam mit Stefan Lovasz, Alfred Grözinger, Artur Göritz und Josef Steidle sammelte sie Informationen zu illegalen Rüstungsbetrieben und leitete diese an den Nachrichtenapparat der KPD weiter, um über die Aktivitäten des Naziregimes zur Vorbereitung eines Krieges zu informieren. Am 12. Juni 1937 wurde sie dafür "wegen Landesverrates" vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 20. Juni 1938 in der Haftanstalt in Berlin-Plötzensee vollstreckt. Ihr Sohn Walter war zum Zeitpunkt ihrer Hinrichtung drei Jahre alt.

An Lilo Herrmann erinnern sowohl in Berlin als auch in Stuttgart Gedenksteine. Unterlagen von und über sie findet man in verschiedenen Beständen der Stiftung und der Abteilung Reich des Bundesarchivs, darunter in den Beständen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (DY 55), Nationalsozialistische Justiz (NJ), Reichsjustizministerium (R 3001) und NS-Archiv des ehemaligen MfS, darin Unterlagen des Oberreichsanwalt beim VGH, in den Nachlässen von Maria Kuhn-Wiedmaier (NY 4202), Wilhelm Koenen (NY 4074) und Willi Bohn (NY 4231) sowie in der Biographischen und dokumentarischen Sammlung (SgY 19) und in der Sammlung Erinnerungen (SgY 30). Eine kleine Auswahl von Dokumenten soll im Folgenden vorgestellt werden.

Quelle Foto: BArch, BildY 10-1625/65