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"Auch das noch!" - "Die Sünderin" im Bundesarchiv

Zum 90. Geburtstag von Hildegard Knef (28.12.1925 - 1.2.2002) stellt das Bundesarchiv Dokumente zum Film "Die Sünderin" vor.

  • BRD (ab 1949)

Hintergrundinformationen

Der Skandal um den Spielfilm „Die Sünderin“ war im Jahr 1951 der erste Skandal der jungen Bundesrepublik, der über Monate die öffentliche Diskussion um Kunst, Moral und die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft dominierte. Nicht eine optische Sensation von wenigen Sekunden, sondern die Themen des Films – Inzest, Promiskuität, Prostitution, Wilde Ehe, Sterbehilfe und Selbstmord – brachen mit den Tabus der sich formierenden Adenauergesellschaft und provozierten ebenso Protest wie Zustimmung.

Trotz regionaler Aufführungsverbote sahen innerhalb weniger Monate 7 Millionen Zuschauer den Film. Für Hildegard Knef wurde „Die Sünderin“ zum Schicksalsfilm, begründete schauspielerischen Durchbruch ebenso wie öffentlichen Bekanntheitsgrad und lebenslanges Vorurteil.

Maßgeblichen Einfluß auf den öffentlichen Protest hatte das Bekanntwerden einer staatlichen Ausfallbürgschaft, mit der auch der Film „Die Sünderin“ gegen finanzielle Verluste abgesichert worden war. Bürgschaftsaktion, öffentliche Resonanz und der Versuch, den Skandal politisch zu bewältigen, machen „Die Sünderin“ zum Film mit der breitesten Aktenüberlieferung im Bundesarchiv. Einige exemplarische Dokumente zeigt diese Galerie.

Dr. Elke-Ursel Hammer, 14.12.2015