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Besondere humanitäre Bemühungen

Vorbereitung einer Sonderedition "Besondere humanitäre Bemühungen": Ausgewählte Dokumente des ehemaligen Gesamtdeutschen Ministeriums zum sog. Häftlingsfreikauf aus den Jahren 1963 bis 1969 offengelegt

  • BRD (ab 1949)

Hintergrundinformationen

Im Rahmen der Edition „Dokumente zur Deutschlandpolitik“, die seit 1961 aus­gewählte zentrale Dokumente zu den wichtigsten Themen der innerdeutschen Entwicklung zugänglich macht, wird derzeit eine Sonderedition „Besondere Humanitäre Bemühungen der Bundesregierung“ vorbereitet, deren erster Band im Jahr 2011 erscheinen wird. Sein Gegenstand sind die 1963 noch unter Bun­deskanzler Konrad Adenauer einsetzenden Bemühungen, durch inoffizielle ma­terielle Transaktionen Gefangene aus den Haftanstalten der DDR freizukau­fen, die nach bundesdeutschem Rechtsverständnis aus politischen Gründen ver­urteilt worden waren. Eng verflochten mit dem Häftlingsfreikauf waren zudem die Zusammenführung der durch Teilung und Mauerbau zerrissenen Familien sowie der Agentenaustausch.

Das beiderseitige Interesse, die Hintergründe und den Umfang der Aktivitäten nicht in die Öffentlichkeit dringen zu lassen, führte zur Geheimhaltung der einschlägigen Akten des Bundesministeriums für Gesamtdeutsche Fragen (von 1969 bis 1991: für innerdeutsche Beziehungen). Da mit einer vollständigen Offenlegungen weiterhin nicht zu rechnen ist, wurde für die genannte Sonderedition erstmals eine Auswahl zentraler Dokumente aus den Jahren 1963-1969 vom Bundesministerium des Innern zur Veröffentlichung freigegeben. Sie bildet den Kern des ersten etwa 470 Dokumente umfassenden Bandes und wird durch weitere aussagekräftige Schriftstücke aus anderen Archiven ergänzt.

Vor dem Hintergrund, dass ein unmittelbarer Kontakt zwischen den Regierun­gen seinerzeit vermieden werden sollte, wird die Edition Akteure und Hand­lungsebenen erkennbar werden lassen - Evangelische und Katholische Kirche, die beauftragten Anwälte, das Gesamtdeutsche Ministerium und seine hierarchi­schen Ebenen für die Bundesregierung, Geheimdienste in Ost und West sowie eine Reihe karitativer Organisationen. Nicht zuletzt wird die Edition auch – selbstverständlich unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte – den Schicksalen Betroffener ein Profil geben, und so das Einwirken staatlichen Handelns auf den Einzelnen wiederspiegeln.

Die hier erstmals veröffentlichten Schriftstücke geben einen ersten Einblick in die besondere Thematik.