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Der Kommandant Führerhauptquartier

Zu Beginn des Krieges bestanden noch keine festen Führerhauptquartiere (FHQ). Hitler besichtigte die Kriegsschauplätze in Polen und Jugoslawien mit dem Führersonderzug oder dem Flugzeug. Zwischen 1939 und 1945 entstanden dann nahezu 20 verbunkerte FHQ, 1945 befanden sich weitere Vorhaben im Bau.

  • Nationalsozialismus (1933-1945)

Hintergrundinformationen

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges bestanden noch keine festen Führerhauptquartiere (FHQ). Zunächst besichtigte Hitler die Kriegsschauplätze des Polen- und Jugoslawienfeldzuges mit dem Führersonderzug oder mit dem Flugzeug. Erst seit Mai 1940 entschied sich Hitler - zunächst im "Felsennest" - für ein festes Führerhauptquartier.

Die wichtigsten Sonderzüge:

Bezeichnung (Folgebezeichnung)

Funktion

"Afrika" ("Braunschweig")

Führungszug des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht

"Amerika" ("Brandenburg I" + "Brandenburg II")

Führungszug Hitlers

"Asien" ("Pommern")

Sonderzug Görings

"Atlantik" ("Auerhahn")

Befehlszug des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine

"Atlas" ("Franken")

Befehlszug des Wehrmachtführungsstabes

"Enzian"

Führungszug des Chefs des Nachrichtenwesens der Luftwaffe

"Frühlingssturm"

"Sonderzug"; bewegliches Führerhauptquartier bei Mönichkirchen, Wiener Neustadt

"Ostpreußen"

Sonderzug 4 des Oberkommandos des Heeres

"Robinson 1"

Führungszug des Chefs Führungsstab Luftwaffe

"Robinson 2"

Führungszug des Chefs des Generalstabes der Luftwaffe

"Württemberg"

Sonderzug des Generalstabs des Heeres

Der Kommandant des Führerhauptquartiers war nicht nur für die Sicherheit während der Fahrten Hitlers mit den Sonderzügen sondern auch in den festen Führerhauptquartieren zuständig. Neben der Einteilung in Sicherheits- oder Sperrzonen gehörte die Organisation des Wachpersonals zu seinen Aufgaben.

Weiterhin zählte die Besichtigung potentieller Standorte für neue Hauptquartiere zu seinen Pflichten. Diese fand in der Regel in enger Zusammenarbeit mit der Organisation Todt, die die Bauvorhaben umsetzte, statt.

Die für Hitler errichteten Führerhauptquartiere wurden nicht alle von ihm selbst genutzt. In "Wiesental", einem Teilobjekt von "Adlerhorst", verbrachte er lediglich die letzten Tage, ehe er ab 16. Januar 1945 den Bunker der Reichskanzlei in Berlin bezog.

Den größten Teil seiner Zeit in Führerhauptquartieren hielt sich Hitler in der "Wolfsschanze" in Ostpreußen auf. Mit dem Bau wurde am 1. Dezember 1940 begonnen.

Die wichtigsten Führerhauptquartiere waren:

Name

Lage

"Wolfsschanze"

Forst Görlitz bei Rastenburg

"Felsennest"

Rodert bei Bad Münstereifel

"Wolfsschlucht I"

Brûly-de-Pesche (Belgien)

"Wolfsschlucht II"

Margival bei Soissons

"Tannenberg"

Kniebis (Schwarzwald)

"We(h)rwolf" ("Eichenhain")

Winniza (Ukraine)

"Wiesental" (Teilobjekt von Adlerhorst)

Ziegenberg (Bad Nauheim)

"Anlage Süd"

Krosno (Polen)

"Adlerhorst"

Ziegenberg (Bad Nauheim)

"Waldwiese"

Glan-Münchweiler (Pfalz)

"Askania Mitte" ("Anlage Mitte")

Östlich von Lódz (Litzmannstadt)

"Askania Süd" ("Anlage Süd")

Strzyzow und Stepina-Cieszyna bei Krosno

"Bärenhöhle"

Smolensk

"Hagen" ("Siegfried")

Pullach bei München

"Wasserburg"

Pleskau

Um die Sicherheit Hitlers zu gewährleisten, unterstand dem Kommandanten Führerhauptquartier u.a. das Führer-Begleitbataillon. Dieses sorgte nicht nur für die Sicherung der Eisenbahnstrecken, auf denen sich die Sonderzüge bewegten, sondern auch der festen Quartiere. Dem Begleitbataillon waren sog. Frontgruppen unterstellt, die den Namen des jeweiligen kommandierenden Hauptmanns trugen und später in Kampfgruppen umbenannt wurden. Diese waren:

  • Frontgruppe Freiherr von Blomberg
  • Frontgruppe Spengemann
  • Frontgruppe Bertram
  • Frontgruppe Nähring

Ein Galeriebeitrag von:          
Antje Märke und Benjamin Köckritz