2.186 (bru1p): Nr. 186 Vermerk des Staatssekretärs Pünder über den Rücktritt des Reichsjustizministers. 3. Dezember 1930

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[684] Nr. 186
Vermerk des Staatssekretärs Pünder über den Rücktritt des Reichsjustizministers. 3. Dezember 1930

R 43 I/1308, S. 637–638

Der Herr Reichsjustizminister Professor Dr. Bredt hat sich heute mündlich bei dem Herrn Reichskanzler nach seiner Krankheit zurückgemeldet. Die Art der Erledigung seines anliegenden Rücktrittgesuches steht noch nicht endgültig fest1. Der Herr Reichskanzler hat den Herrn Minister dringend gebeten, nach aller Möglichkeit im Kabinett zu verbleiben. Er hat dies vor allem mit dem außenpolitischen Hinweis begründet, daß die Basis des Reichskabinetts etwas schmal erscheinen könne; es müsse eben unter allen Umständen dafür gesorgt werden, daß das langsam wieder hochkommende Vertrauen in die deutschen politischen Verhältnisse und die deutsche Wirtschaft durch keine solchen Vorkommnisse wieder beeinträchtigt würde. Herr Minister Bredt verschloß sich solchen Erwägungen keineswegs. Vielleicht ist aber noch ein besonderer Appell des Herrn Reichspräsidenten nötig. Hierüber kann endgültig aber erst entschieden werden nach einer für heute nachmittag verabredeten Besprechung zwischen Herrn Jacob Goldschmidt und Herrn Abgeordneten Drewitz2. Nach einer vorangegangenen Besprechung mit mir war Herr Goldschmidt heute nachmittag beim Herrn Reichskanzler, und es ist nicht ausgeschlossen, daß unter dem Drucke etwa drohender wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Wirtschaftspartei sich etwas gefügiger zeigen wird, als sie es nach außen erscheinen möchte. Weitere Mitteilungen von Herrn Goldschmidt bleiben zunächst abzuwarten3.

Pünder

Fußnoten

1

Zum Rücktrittsgesuch s. Dok. Nr. 177.

2

Über diese Unterredung war nichts zu ermitteln.

3

Abschriften der Entlassungsurkunde Bredts und der Beauftragung des StS Joël mit der Wahrnehmung der Geschäfte des RJM vom 5. 12. in R 43 I/1308, S. 647 und 651. Konzept des Schreibens des RK an Bredt vom 11.12.30 in R 43 I/1308, S. 657–658; veröffentlicht in „Erinnerungen und Dokumente von Joh. Victor Bredt“, S. 263–264.

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