1.5.2 (bru3p): 2. Wirtschaftsbeirat.

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2. Wirtschaftsbeirat.

Nach Vortrag des Staatssekretärs Dr. von Bülow erklärte sich das Reichskabinett mit Absendung eines Telegramms einverstanden, durch das der Französischen Regierung angekündigt werde, daß der Reichskanzler in seiner Eigenschaft als Leiter des Auswärtigen Amts den Vorsitz auf deutscher Seite übernehmen und als seinen ständigen Vertreter Staatssekretär Dr. Trendelenburg bestimmen werde.

Das Reichskabinett bestellte ferner die nachstehend aufgeführten Persönlichkeiten zu Vertretern der Deutschen Regierung in der Deutsch-französischen Wirtschaftskommission:

Ministerialdirektor Ritter, Auswärtiges Amt, zugleich Generalsekretär.

Ministerialdirektor Ernst, Reichsfinanzministerium.

Ministerialdirektor Posse, Reichswirtschaftsministerium.

[1831] Ministerialdirektor Sitzler, Reichsarbeitsministerium.

Ministerialdirigent Koenigs, Reichsverkehrsministerium.

Ministerialdirektor Streil, Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft1.

1

Eine Durchschrift des Entw. eines Telegramms des RK an Botschafter v. Hoesch in Paris, in dem die Zusammensetzung der dt. Reg.Kommission mitgeteilt wurde, befindet sich in R 43 I/1453, Bl. 128–129.

Bei dieser Gelegenheit sprach der Reichskanzler seinem ständigen Vertreter in der Deutsch-Französischen Wirtschaftskommission, Staatssekretär Dr. Trendelenburg, den herzlichen Dank der Reichsregierung für die wertvollen Dienste aus, die er in der vergangenen schwierigen Zeit dem Reich als Leiter des Reichswirtschaftsministeriums geleistet habe.

Das Reichskabinett beschäftigte sich sodann mit der Zusammensetzung der Liste der deutschen Sachverständigen für das Deutsch-Französische Wirtschaftskomitee. Es wurde grundsätzlich beschlossen, daß die zu berufenden Persönlichkeiten nicht gleichzeitig zu Mitgliedern des vom Herrn Reichspräsidenten angeregten Wirtschaftsbeirats der Reichsregierung bestellt werden sollen. Die beiden Listen wurden daher in eingehender Beratung aufeinander abgestimmt. Vorbehaltlich einer endgültigen Entscheidung über die Vertreter der Landwirtschaft in beiden Listen, die dem Herrn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft überlassen wurde, wurden die Listen vorläufig festgelegt. Auf der deutsch-französischen Sachverständigenliste wurde die Zuziehung der Herren von Schorlemer und Freiherr von Stein mit besonderer Prüfung vorbehalten2. Ebenso soll für den Wirtschaftsbeirat der Reichsregierung eine endgültige Entschließung über die Vertreter des Mittelstandes und des Gewerkschaftsringes sowie die Wahl eines Vertreters der Hansestädte noch erfolgen3.

2

In die dt.-frz. Wirtschaftskomission wurden von dt. Stelle 37 Sachverständige berufen: Hamm, Kastl, Lammers, Müller-Oerlinghausen (Allgemeine Wirtschafts- und Handelsinteressen); v. Schnitzler, v. Simson (Chemie); Bücher, v. Raumer (Elektroindustrie); Poensgen, Otto Wolff (Eisen); Lange, Schwarz, (Nürnberg), Vögele (Eisen- und Metallverarbeitung); Brecht, v. Velsen (Kohle); Lejeune-Jung (Zellstoff); Valentin (Handel); v. Flemming, Hermes, Schill, Frhr. v. Schorlemer-Lieser, Frhr. v. Stein, Vogelsang (Landwirtschaft); Bergmann, Melchior, Solmssen, Weigelt (Banken); Graf Roedern, Welker, RB-Dir. Wolf (Verkehr); Lange (-Krefeld), Vogel, Frowein (Textil); Schmitz (-Duisburg), Tarnow (Gewerkschaften); Lemmer, Schweitzer (Angestelltenverbände); (R 43 I/1453, Bl. 130; WTB Nr. 2213 vom 21.10.31 in R 43 I/73, Bl. 59).

3

Zur Zusammensetzung des Wirtschaftsbeirats siehe Dok. Nr. 526.

Staatssekretär Zweigert gab dem Reichskabinett Kenntnis von dem Wunsche der Beamtenschaft, ebenfalls im Wirtschaftsbeirat der Reichsregierung vertreten zu sein4.

4

Der Dt. Beamtenbund hatte in einem Schreiben an den RIM vom 8.10.31 um die Beteiligung der Beamtenschaft an der dt.-frz. Wirtschaftskommission gebeten. Mit Schreiben vom 14.10.31 hatte StS Zweigert den Wunsch unterstützt (R 43 I/73, Bl. 42; Abschrift des Schreibens vom Dt. Beamtenbund, a.a.O., Bl. 43–44).

Der Reichskanzler stellte vor der ersten Tagung des Wirtschaftsbeirats der Reichsregierung eine Vorbesprechung des Reichskabinetts am Dienstag, den 27. Oktober in Aussicht5. Die erste Sitzung des Beirats wurde für den 30. Oktober vorgesehen6.

5

Siehe Dok. Nr. 524, P. 1. und Dok. Nr. 525.

6

Siehe Dok. Nr. 526.

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