2.100.6 (bau1p): 6. Die Rede des Preuß[ischen] Ministers des Innern Heine in Dessau.

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Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

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6. Die Rede des Preuß[ischen] Ministers des Innern Heine in Dessau.

Reichsminister David lenkt die Aufmerksamkeit des Kabinetts auf die Rede, die der Preuß. Minister des Innern, Heine, nach Zeitungsnachrichten in Dessau gehalten haben soll. Minister Heine habe die Reichsregierung und insbesondere[364] die Reichsfinanzverwaltung so scharf angegriffen11, daß eine Klarstellung des tatsächlichen Hergangs unumgänglich erforderlich sei. Das Kabinett beschließt, Minister Heine um Klarstellung zu bitten und alsbald in eine gemeinsame Besprechung der Angelegenheit mit dem Preuß. Staatsministerium einzutreten12.

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Aus Anlaß des Jahrestages der Novemberrevolution soll der PrIM am Vortag in Dessau u. a. ausgeführt haben: „Die Pläne Erzbergers in der Steuerfrage würden bei ihrer Durchführung nicht nur die Länder, sondern auch die Gemeinden totmachen. […] Wenn an der Reichsspitze so weiter regiert werde, wie es auf Grund der Erzbergerschen Projekte den Anschein habe, falle das ganze Reich zusammen. Es sei einfach nicht möglich, das ganze deutsche Volk in dieser Weise zu vergewaltigen. Erzberger habe sich für den Friedensvertrag eingesetzt und müsse zur Durchführung die Gelder hernehmen, wo er sie herbekomme. Aber er täuscht sich. Nach ein oder zwei Jahren wäre die Sache zu Ende. Die Erzbergerschen Projekte bedeuten den Tod des Staates. Die Bundesstaaten müßten sich dagegen mit aller Kraft wehren.“ (Dt. Tageszeitung Nr. 561 vom 10.11.19; Ausschnitt in: R 43 I/937, Bl. 96; z. T. wörtlich übereinstimmend: Berliner Börsen-Zeitung Nr. 514 vom 10.11.19; Ausschnitt ebd., Bl. 97).

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