2.108.3 (bau1p): 3. Unterstützung Deutsch-Österreichs mit Nahrungsmitteln.

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Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

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3. Unterstützung Deutsch-Österreichs mit Nahrungsmitteln5.

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Wie Anm. 2.

Unter dem Vorsitze von Präsident Fehrenbach haben Abgeordnete aller Parteien vorgeschlagen, Österreich dadurch zu Hilfe zu kommen, daß auf Antrag der Nationalversammlung die Regierung die Brotkarte um wöchentlich 100 g zugunsten Österreichs kürzt und daß ferner freiwillige Sammlungen, namentlich bei den Selbstversorgern, stattfinden. Das Kabinett hält es nach Vortrag des Reichswirtschaftsministers nicht für möglich, in dieser Weise zwangsweise die Brotkarte zugunsten Deutsch-Österreichs zu kürzen. Namentlich sei es nicht möglich, eine dauernde Abgabe dieser Art einzuführen, die von Österreich der Natur der Sache nach bald als eine ihm zustehende Abgabe angesehen werden könnte. Dies lasse sich um so weniger verantworten, als Deutschland zur Verschaffung der für sich selbst nötigen Mehlmengen in großem Umfang Auslandsware heranziehen müsse. Das Kabinett ist aber damit einverstanden, daß in großem Maße mindestens eine freiwillige Aktion unternommen wird. Auch soll wohlwollend geprüft werden, welche Lieferungen aus den deutschen Beständen amtlich erfolgen können. Minister Schmidt wird morgen an den weiteren Besprechungen mit den Parteien selbst teilnehmen6.

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Die interfraktionellen Beratungen münden in einen von allen Parteien der NatVers. – ausgenommen die USPD – unterstützten Antrag vom 26. 11., zugunsten Deutsch-österreichs sowohl eine öffentliche, über eine vierwöchige Kürzung der Mehlrationen aufgebrachte als auch eine private Hilfsaktion unverzüglich durchzuführen (NatVers.-Bd. 340 , Drucks. Nr. 1554 ). Der Antrag wird am 27. 11. vom Plenum angenommen (NatVers.-Bd. 331, S. 3828 ).

[403] Der Bund der Reichsdeutschen in Deutsch-Österreich hat um eine besondere Hilfsaktion für die Reichsdeutschen gebeten7. Das Kabinett hält eine solche besondere Belieferung nicht für möglich, besonders, da es an einer geeigneten Organisation zur Verteilung fehle. Der Bund der Reichsdeutschen habe nur einen kleinen Teil der Reichsdeutschen hinter sich und biete nicht die nötige Gewähr. Es wird jedoch beschlossen, daß bei der Überweisung der Lieferungen, die an Deutsch-Österreich gelangen, das Ersuchen ausgesprochen werden soll, hieraus namentlich auch die Not der Reichsdeutschen in Österreich zu lindern.

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Materialien dazu in: R 43 I/104.

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