2.119.11 (bau1p): 11. Eintritt der Reichsminister in den Ehrenausschuß des Schutzbundes für die öffentliche Sammlung zwecks Kostentragung für die Rückführung der Abstimmungsberechtigten.

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11. Eintritt der Reichsminister in den Ehrenausschuß des Schutzbundes für die öffentliche Sammlung zwecks Kostentragung für die Rückführung der Abstimmungsberechtigten25.

25

Nach den Bestimmungen der Artikel 88 Anlage § 4, 95 und 109 VV waren zu den Volksabstimmungen in Nordschleswig, Ost- und Westpreußen sowie Oberschlesien auch diejenigen Personen zugelassen, die in den betreffenden Gebieten geboren, aber inzwischen in das übrige Reichsgebiet abgewandert waren. Mit der Erfassung und Rückführung der Abstimmungsberechtigten befaßte sich der Dt. Schutzbund für die Grenz- und Auslandsdeutschen als Dachorganisation der in den Grenzgebieten auf landsmannschaftlicher Grundlage gebildeten sog. „privaten“ Deutschtumsorganisationen (Der Dt. Schutzbund an alle Reichs- und Staatsbehörden, 22.9.19; R 43 I/344, Bl. 99). Der Dt. Schutzbund nahm diese Aufgaben im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung der Reichszentrale für Heimatdienst wahr, die als regierungsoffizielle Stelle aus innen- und außenpolitischen Rücksichten im Hintergrund blieb (Materialien dazu in: R 43 I/345).

Der Schutzbund für Grenz- und Auslandsdeutschtum hat beabsichtigt, Sammlungen zu veranstalten, um aus den Erträgnissen die Fahrkosten für die Abstimmungsberechtigten zu bestreiten. Diese Sammlungen sollten unter dem Schutze des Reichspräsidenten und einem besonderen Ehrenausschuß stattfinden, in den der Reichskanzler und die hauptsächlich in Betracht kommenden Minister eintreten sollten26. Mit Rücksicht auf die Gefahr, daß die Entente bei[445] einer derartigen Beteiligung der Mitglieder der Reichsregierung die Abstimmung späterhin als beeinflußt und demnach ungültig erklären könnte, wurde es für zweckmäßig erachtet, daß die Mitglieder der Reichsregierung und der Herr Reichspräsident bei dem Ehrenausschuß nicht beteiligt würden.

26

Organisationsschema und Arbeitsplan für die als „Grenzspende“ bezeichnete Sammelaktion vom 26.11.19, Unterschrift „Dr. Reichenheim“ (?), als Anlage zum Kabinettsprotokoll (R 43 I/1352, Bl. 391–397).

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