2.188.1 (bau1p): 1. Ablieferung von Schiffen auf Grund des Friedensvertrages.

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1. Ablieferung von Schiffen auf Grund des Friedensvertrages2.

2

Zum Zusammenhang vgl. Dok. Nr. 174, P. 1.

Reichsminister Geßler teilt mit, daß die Londoner Kommission mit der Entente wegen der Auslieferung von Schiffen verhandelt hat. Die Entente verlange, daß wir die Schiffe nach Firth of Forth bringen. Es handele sich zur Zeit mehr um Anerkennung der rechtlichen Verpflichtungen; die tatsächliche Ablieferung später würde große Schwierigkeiten machen. Ministerialdirektor von Jonquières teilt mit, daß es sich um etwa 70 Schiffe handle, deren Überführung Schwierigkeiten machen werde. So weigerten sich bereits[665] jetzt Offiziere und Ingenieure, die abzuliefernden Kriegsschiffe zu überführen, wenn das Reich nicht Garantien für ihre wirtschaftliche Zukunft gebe3. Wenn wir entgegen den Vertragsbestimmungen einen Teil der Schiffe behalten wollten, müßten wir, wie die Entente zu erkennen gegeben habe, unter allen Umständen es übernehmen, die abzuliefernden selbst zu überführen. Die Londoner Kommission habe dies einstimmig empfohlen. Die Schiffe über 2500 t sollten unverzüglich überführt werden, auf das bloße Versprechen hin, daß bei der Commission des réparations die Vertragsmodifikation bezüglich Rückbehaltung eines Teiles der Schiffe empfohlen werden solle. Es handle sich jetzt um die Frage, ob wir das politische Zugeständnis machen könnten, die Schiffe selbst zu überführen, statt sie von der Entente holen zu lassen. Reichskanzler Bauer ist der Ansicht, daß wir angesichts der Einstimmigkeit der Londoner Kommission, und da die Reeder selbst diesen Wunsch hätten, nicht umhin könnten, dem zuzustimmen. Es müsse aber betont werden, daß dies ein Entgegenkommen unsererseits sei. Das Kabinett stimmt dieser Auffassung zu. Die Londoner Kommission soll telegrafisch benachrichtigt werden4.

3

Auch von seiten der Berufsvereinigungen der Seeleute der Handelsmarine stellten sich Anfang März Widerstände ein, „die sich zunächst als Ausfluß patriotischer Gesinnung darstellten, später jedoch ihren Hauptgrund in dem Bestreben der Verfolgung wirtschaftlicher Interessen erkennen ließen“ (Der RSchM an die Rkei, 22.3.20; R 43 I/13, Bl. 378).

4

Zum Fortgang s. diese Edition: Das Kabinett Müller I, Dok. Nr. 30, P. 1.

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