2.29.3 (bau1p): 3. [Erörterung der Denkschrift über die Vorgeschichte des Waffenstillstands.]

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Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

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[132]3. [Erörterung der Denkschrift über die Vorgeschichte des Waffenstillstands.]

Das Kabinett erörtert die von der Reichskanzlei vorgelegte Denkschrift über die Vorgeschichte des Waffenstillstandes7. Reichsminister Noske und Kapitän von Gohren für den Chef der Admiralität von Trotha sprechen sich gegen die Veröffentlichung aus. Die Reichsminister Müller, Erzberger, Dr. David und Dr. Bell erklären sich für die Veröffentlichung. Das Kabinett beschließt, daß die Veröffentlichung erfolgen soll8, jedoch sollen die Protokolle über die Sitzungen der Staatssekretäre möglichst herausgestrichen werden, soweit sie nicht für den Zusammenhang unentbehrlich sind. Die Redaktion wird den Reichsministern Müller und Erzberger in Verbindung mit Geheimrat Brecht übertragen9. Ferner soll der Bericht des Generals Groener vom 5. November 1918 vor dem Kriegskabinett10 aufgenommen werden. Die Denkschrift soll auch dem Oberst von Haeften und dem Staatssekretär a. D. Grafen Rödern noch vorgelegt werden.

7

Der Gedanke, die zur Beendigung des Weltkriegs führenden Verhandlungen zwischen der OHL und der politischen Reichsleitung urkundlich darzulegen, war bereits in den ersten Oktobertagen 1918 geäußert worden. Definitiv beschloß das RKab. die Publikation amtlicher Dokumente erst am 6.6.19, behielt sich aber mit Rücksicht auf die noch ausstehende Unterzeichnung des VV eine Entscheidung über den Termin der Veröffentlichung vor (s. diese Edition: Das Kabinett Scheidemann Dok. Nr. 102, P. 8). Dem RKab. lag wahrscheinlich ein Exemplar der vorläufig fertiggestellten Dokumentation vor, wie es UStS Albert dem AA am 14. 7. unter Hinweis auf die bisher geäußerten Änderungswünsche übersandt hatte (PA, Weltkrieg 23 geheim, Bd. 32). – Über die Entstehung der Quellensammlung informieren ausführlich Erich Matthias und Rudolf Morsey: Die Regierung des Prinzen Max von Baden. S. XLIII ff.

8

Aus dem Schriftwechsel zwischen der Rkei, dem AA und der Reichsdruckerei geht hervor, daß die Denkschrift am 29.7.19 u. d. T. „Vorgeschichte des Waffenstillstandes. Amtliche Urkunden“ ausgeliefert wird (R 43 I/166 ff.; Belegexemplar, Bl. 67–132).

9

Über die Redaktionsarbeit, Auswahl- und Wiedergabeprinzipien sowie über das von den gewandelten politischen Machtverhältnissen bestimmte Schicksal späterer Auflagen berichtet Arnold Brecht: Aus nächster Nähe. S. 277 f. und 506 ff.

10

Am 5.11.18 hatte Gen. Groener den anwesenden Staatssekretären mitgeteilt, daß der Widerstand des Heeres „nur noch von kurzer Dauer“ sein könne (Vorgeschichte des Waffenstillstandes. S. 122; vgl. die Edition: Die Regierung des Prinzen Max von Baden, Dok. Nr. 129).

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