2.42.6 (bau1p): 6. Denkschrift des Dr. Rudolf, betreffend Grundsätze für die Wiederaufbauarbeiten in Belgien und Frankreich.

Zum Text. Zur Fußnote (erste von 3). Zu den Funktionen. Zum Navigationsmenü. Zum Navigationsbaum

 

Bandbilder:

Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

Extras:

 

Text

RTF

[174]6. Denkschrift des Dr. Rudolf, betreffend Grundsätze für die Wiederaufbauarbeiten in Belgien und Frankreich14.

14

Die von Max Rudolf und Herbert Auerbach verfaßte „Denkschrift betreffend die Grundsätze für die von der deutschen Regierung vorzunehmenden Wiederaufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten Nordfrankreichs und Belgiens“ war in den von der Wako herausgegebenen „Mitteilungen des [XIII.] Referates Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Belgiens und Nordfrankreichs“, Nr. 86 vom 28.7.19 erschienen (Exemplar in: R 43 I/1350, Bl. 663 bis 713). – Zur Frage der Reparationsleistung durch Wiederaufbau s. Dok. Nr. 43, P. 1, Anm. 2.

Nach Vortrag des Unterstaatssekretärs in der Reichskanzlei über die tatsächliche und die grundsätzliche Frage15 wurde die Denkschrift und die Tatsache der Veröffentlichung in der amtlichen Denkschrift in Gegenwart des stellvertretenden Leiters der Waffenstillstandskommission16 kritisiert und der Auffassung Ausdruck gegeben, daß die Zulassung der Veröffentlichung in der amtlichen Denkschrift ein schwerer Fehler sei. Es wurde beschlossen, die Wako dem Auswärtigen Amt zu unterstellen. Das Referat No. XIII soll auf das Reichswirtschaftsministerium übergeführt werden.

15

Bei den Akten befindet sich eine Erklärung Rudolfs, der angab, Mitglied der USPD zu sein, und ein Aktenvermerk Alberts über eine Unterredung mit Rudolf in der Rkei vom 6.8.19 (R 43 I/1350, Bl. 659–662). In der Erklärung führte Rudolf aus, daß er die in der Denkschrift niedergelegten Vorschläge aufgrund dienstlicher Anweisungen erarbeitet habe, in denen es u. a. geheißen habe: „Es würde den Intentionen des Herrn Ministers [Erzberger?] entsprechen, wenn Sie hierbei besonderen Nachdruck auf die Mindestforderungen legen würden, welche Sie vom Standpunkt der unabhängigen sozialdemokratischen Partei als für notwendig erachten.“ In verfolg dieses Arbeitseinsatzes wurde in der Denkschrift die privatkapitalistische Wirtschaftsform als ungeeignet für die Organisation des Wiederaufbaus abgelehnt und statt dessen der rein staatliche Betrieb als geeignete Betriebsform für den Wiederaufbau empfohlen. Hervorragende Unternehmerpersönlichkeiten könnten „auf Grund eines angemessenen Dienstvertrages im staatlichen Betriebe ihre volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen“. Für die Arbeiterschaft wurde eine Arbeitervertretung gefordert, deren Organisation im Hinblick auf Verantwortlichkeit und jederzeitige Abrufbarkeit an Modellen der Arbeiterrätebewegung orientiert war und der ein den staatlichen Verwaltungsstellen gleichberechtigtes Mitbestimmungsrecht in allen Fragen der Arbeitsverhältnisse zustehen sollte (R 43 I/1350, Bl. 669 f.). Alberts Aufzeichnung zufolge hat die vorgelegte Dienstanweisung vom 4.7.19 die Unterschrift MinDir. von Stockhammerns getragen. Albert regte an: „Es dürfte sich empfehlen, die Frage der weiteren Herausgabe der Mitteilungen der Wako nach deren Unterstellung unter d[as] AA sowie d[ie] Frage zu prüfen, ob es – entgegen früherem Kabinettsbeschluß – zweckmäßig ist, Unabhängige in der Regierung zu beschäftigen.“ – Von sozialdemokratischer Seite werden die Wiederaufbauvorstellungen der USPD entschieden abgelehnt (vgl. Vorwärts Nr. 399 vom 7. 8. und Nr. 408 vom 11.8.19).

16

MinDir. von Stockhammern.

Extras (Fußzeile):