2.45.2 (bau1p): 2. Bericht des Reichsarbeitsministers über die Verhandlungen wegen Steigerung der Kohlenförderung.

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Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

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2. Bericht des Reichsarbeitsministers über die Verhandlungen wegen Steigerung der Kohlenförderung.

Der Reichsarbeitsminister berichtete über die Besprechungen mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden des Steinkohlenbergbaues, die zu seinem Bedauern ein praktisches Ergebnis nicht gehabt hätten4. Alle Anregungen wären durchgesprochen, die Prämiengewährung in jeder Form abgelehnt, die Verhandlungen über den Abschluß eines Tarifvertrags noch nicht beendet, die Wohnungs- und Materialfrage noch nicht geklärt. Die Werbetätigkeit sei ungenügend, die Arbeitsnachweise ohne sichtbaren Erfolg. Er habe daher zunächst veranlaßt, daß 1. im Ruhrrevier der Referent des Reichsarbeitsministeriums[183] mit den Vertrauensmännern verhandeln solle, 2. daß der Zechenverband baldigst über den Stand der Tarifverhandlungen Auskunft gebe, 3. daß die Frage des Ausbaues des Arbeitsnachweiswesens geprüft werde, 4. daß in Frankfurt am Main die Bergarbeiter aus dem Elsaß nicht durch das Rote Kreuz unterstützt, sondern tunlichst sofort dem Bergbau im rheinischen Kohlenrevier zugeführt werden sollten.

4

Zur Einleitung der Gespräche s. Dok. Nr. 36, Anm. 11; Niederschriften über die Besprechungen in: R 43 I/2182, Bl. 163–169, 176–178.

Das Ergebnis wurde gleichfalls von dem Kabinett nicht für befriedigend erachtet; von verschiedenen Seiten wurde darauf hingewiesen, daß mit aller Macht die Arbeit gefördert werden müsse. Zu diesem Zwecke müßte auf die Arbeiter eingewirkt werden; die Entlohnung der Arbeit müßte differenziert werden und die Untertagearbeit besser bezahlt werden als die übrige; auch müsse man die Mindestlöhne bei den jetzigen Akkordlöhnen abschaffen. Nachdem der Vertreter des Preußischen Eisenbahnministers noch besonders auf die dringende Notwendigkeit einer besseren Belieferung der Eisenbahnen hingewiesen hatte, wurde beschlossen, daß der Hauptwert auf eine Vermehrung der Arbeiter gelegt werden müsse, ferner müsse ein geeigneter Mann gefunden werden, der die Angelegenheit auch praktisch vorwärts brächte, endlich müsse eine energische Werbetätigkeit entfaltet und ev[entuell] die erforderlichen Baracken für Wohnungen beschafft werden; endlich müsse dafür gesorgt werden, daß die geförderten Kohlen auch schleunigst von der Eisenbahn abgefahren würden. Der Reichsarbeits- und der Reichswirtschaftsminister werden das Erforderliche in die Wege leiten und s[einer] Z[eit] Mitteilung von dem Veranlaßten machen5.

5

Unter dem 27. 8. teilt der RArbM dem UStSRkei abschriftlich ein Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft gewerblicher Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Fachgruppe Bergbau mit. Darin nimmt er zum Fortgang der Arbeiten des Ausschusses zur Prüfung der Arbeitszeit Stellung und schlägt die Einsetzung eines Kommissars für Bergarbeitsfragen vor, der die Vermehrung und produktivere Verwendung von Arbeitskräften – u. a. durch Verlegung von Bergarbeitern aus unproduktiven in ertragreichere Gruben – koordinieren soll (Durchschrift nebst Anlagen; R 43 I/2182, Bl. 173–189). – Zum Fortgang s. Dok. Nr. 60, P. 1.

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