2.5.1 (bau1p): 1. [Lohnforderungen. Vorgehen gegen Streiks.]

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RTF

[16]1. [Lohnforderungen. Vorgehen gegen Streiks.]

Über die schwebenden Lohnforderungen der Eisenbahn- und Postangestellten2 und über die im ganzen Reiche aufgeflammten und noch drohenden Streiks3 findet eine längere Aussprache statt. Es wird beschlossen, heute nachmittag um 3 Uhr im Reichsfinanzministerium eine Sitzung der beteiligten Ressorts abzuhalten, in der die Frage der Lieferung billiger Nahrungsmittel mit Zuschüssen aus Reichs- und Staatsmitteln möglichst abschließend besprochen werden soll4.

2

Mit Schreiben vom 13. 6. hatte der PrArbM Oeser das PrStMin. und die Reichsministerien von Lohnforderungen des Allgemeinen Eisenbahnerverbandes in Kenntnis gesetzt und erklärt, daß „der Verband bei einer sofortigen Senkung der Lebensmittelpreise von seiner Lohnforderung Abstand nehmen“ würde (R 43 I/2048, Bl. 104). Zur Kennzeichnung der Ernährungslage im Monat Juni führte das REMin. „eine deutliche Besserung gegenüber dem Vormonat“ an, doch bedeuteten „die hohen Preise der Auslandswaren, mit denen die Lebenshaltung in der Hauptsache verbessert wurde, eine so starke Belastung des Haushalts, daß erhebliche Bevölkerungsschichten als Bezieher ausschieden und für die Arbeiterschaft ein starker Anlaß zur Forderung von Lohnerhöhungen gegeben war“ (Das REMin. an den RPräs., 17.7.19; R 43 I/1255, Bl. 34 f.). Der RFM und der RIM hatten unter Hinweis auf die Rückwirkungen etwaiger Lohnerhöhungen bei der pr. Eisenbahnverwaltung die Einschaltung der RReg. vor Abgabe bindender Zusagen angeregt (R 43 I/2048, Bl. 115, 130).

3

Zur Streikbewegung vgl. Dok. Nr. 6 und Dok. Nr. 13.

4

Ein Protokoll wurde in R 43 I nicht ermittelt. – Am 27. 6. beginnen Verhandlungen zwischen Vertretern der PrStReg. und den Eisenbahnerorganisationen. Zum Ergebnis vgl. Dok. Nr. 7, P. 4. Eine Beilegung des Streiks gelingt erst am 3. 7. (vgl. Dok. Nr. 12, Anm. 5).

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