2.64.6 (bau1p): 6. Abbau der Zwangswirtschaft.

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Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

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[258]6. Abbau der Zwangswirtschaft.

In Anwesenheit der preußischen Minister Hirsch, Braun, Heine und Haenisch wird die Möglichkeit eines weiteren Abbaus der Zwangswirtschaft erörtert. In einer Generaldebatte werden die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Reichswirtschaftsministerium, dessen Standpunkt vom Reichskabinett geteilt wird, einerseits und dem Preußischen Landwirtschaftsministerium andererseits besprochen und Verständigung darüber erzielt, daß Austrag der Meinungsverschiedenheiten in der Presse zu vermeiden ist12. Auf Grund der Aussprache wird zunächst das Preußische Kabinett zu den Anschauungen des Preußischen Landwirtschaftsministeriums Stellung nehmen und das Ergebnis seiner für Freitag [19. 9.] vorgesehenen Beratung dem Reichskabinett mitteilen13.

12

Zum Gesamtzusammenhang vgl. Dok. Nr. 60, P. 3. – RWiM Schmidt hatte sich in einer ausführlichen Stellungnahme vom 12. 9. mit den Argumenten des PrLandwM Braun zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion und zum Abbau der Ernährungszwangswirtschaft auseinandergesetzt und versucht, den Gedanken, die Zwangswirtschaft hemme die landwirtschaftliche Produktivität, zu widerlegen. Er trat den „lautesten Rufern im Streit“ aufs schärfste entgegen, „welche die Forderung des Abbaues der Zwangswirtschaft nur zum Vorwand für ihre finanziellen Wünsche benutzen“. Von den von Braun vorgeschlagenen Maßnahmen könne er im wesentlichen nur die Forderung nach einer besseren Kunstdüngerversorgung der Landwirtschaft unterstützen; von pr. Seite könne dafür auf einem anderen Gebiet „weit mehr und weit schneller gearbeitet werden“, indem durch eine Forcierung der Melioration und Siedlung ein Beitrag zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion geleistet werde (Der REM an das PrLandwMin., 12.9.19; R 43 I/1255, Bl. 156–169).

13

In seiner Sitzung vom 19. 9. spricht sich das PrStMin. „bis auf weiteres noch für Beibehaltung der Zwangswirtschaft“ aus. Gleichzeitig wird RWiM Schmidt seinem eigenen Wunsch entsprechend vom Amt des PrStKom. für Volksernährung entbunden und dieses Amt UStS Peters übertragen. „Ein Systemwechsel soll sich in diesem Personalwechsel nicht aussprechen“ (Mitteilung des PrMinPräs. an die Rkei vom 23.9.19; R 43 I/1255, Bl. 186).

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