2.86.1 (bau1p): 1. Stellungnahme zur Bolschewistennote der Entente.

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Das Kabinett BauerKabinett Bauer Bild 183-R00549Spiegelsaal Versailles B 145 Bild-F051656-1395Gustav Noske mit General von Lüttwitz Bild 183-1989-0718-501Hermann EhrhardtBild 146-1971-037-42

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1. Stellungnahme zur Bolschewistennote der Entente1.

1

In einer Note vom 9. 10. hatte der Oberste Rat der Pariser Friedenskonferenz die RReg. aufgefordert, sich durch Unterbindung aller Handels- und Verkehrsverbindungen an einer vollständigen Blockade Sowjetrußlands zu beteiligen (Schultheß 1919, II, S. 595 f.).

Der Reichsminister des Auswärtigen machte Mitteilungen über die grundsätzliche Stellungnahme, die seitens der Reichsregierung zur Bolschewistennote der Entente eingenommen werden sollte. In der Note sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß das deutsche Volk die Blockade verurteile, deren Wirkung es am eigenen Leibe gespürt hätte und die zersetzend auf die Verhältnisse in Deutschland gewirkt hätte. Dasselbe hätte sich in Rußland gezeigt; nicht durch strenge Absperrung, sondern durch Anschluß würde man auch in Rußland wieder zu vernünftigen Zuständen kommen. Eine Blockade durch Deutschland hätte keine praktische Bedeutung, da wir zu Lande keine gemeinsame Grenze mit Rußland hätten und zur See selbst blockiert wären2. Wir würden aber bereit sein, an einer Aussprache über das russische Problem teilzunehmen. Diese grundsätzliche Stellungnahme wurde seitens des Kabinetts gebilligt3.

2

Seit dem 10. 10. war als Repressalie für das erneute offensive Vorgehen dt.-russ. Truppen im Baltikum die Ostsee für dt. Schiffe von den All. gesperrt worden (Schultheß 1919, I, S. 433).

3

Den Text der am 30. 10. den All. übergebenen Antwortnote teilt UStS Haniel dem UStSRkei am Vortag mit (Durchschrift mit Paraphe des RK vom 30. 10.; R 43 I/130, Bl. 287 bis 293).

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