2.156 (bau1p): Nr. 154 Bericht des Reichswirtschaftsministers über die Wirtschaftslage im Dezember 1919. [23. Januar 1920]

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Nr. 154
Bericht des Reichswirtschaftsministers über die Wirtschaftslage im Dezember 1919. [23. Januar 1920]1

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Einzelheiten über die monatlichen Berichte des RWiM s. Dok. Nr. 118, Anm. 1. – Dem hier abgedruckten Gesamtbericht sind als Anlage 20 Einzelberichte beigefügt, die nähere Angaben über die Lage in den verschiedenen Wirtschafts- und Industriezweigen enthalten (R 43 I/1147, Bl. 60–75).

R 43 I/1147, Bl. 57–59 Umdruck

Die deutsche Wirtschaftslage im Dezember stand weiter im Zeichen des Betriebsstoff- und des Rohstoffmangels und der Verkehrsnot. Während sich die Kohlenversorgung der Eisenbahn gebessert hat, macht sich der Kohlenmangel sowohl in der eisen- und metallschaffenden als auch in der verarbeitenden Industrie immer stärker fühlbar und beeinflußt damit weite Kreise des Wirtschaftslebens. Auch die sonstige verarbeitende Industrie litt stark unter dem Kohlenmangel. Ebenso störend wirkte die Verkehrsnot2. Trotz des dringenden Bedarfs war es in wichtigen Industrien nicht immer möglich, die Fabrikate abzutransportieren. Die Folgen der Preiserhöhungen machen sich in der Industrie z. T. insofern störend bemerkbar, als trotz Warenknappheit die Aufnahmefähigkeit des Marktes nachläßt und die Betriebe andererseits Schwierigkeiten in der Beschaffung ihres Betriebskapitals haben3.

2

Zum Gesamtzusammenhang vgl. Dok. Nr. 139.

3

In dieser Angelegenheit legt der RWiM dem RKab. am 13. 2. eine „Denkschrift über Kapitalbildung und Kapitalbeschaffung“ vor (Einzelheiten s. Dok. Nr. 157, Anm. 4).

Die Ernährungslage blieb unverändert, doch sanken die Getreideablieferungen so sehr, daß ernste Befürchtungen für die Zukunft entstanden sind4.

4

Vgl. Dok. Nr. 151, P. 2.

Die Kohlenförderung während des abgelaufenen Jahres hatte ihren Höhepunkt im Oktober erreicht. Gegenüber einer Förderung von 55% der Friedensförderung im ersten Halbjahr 1919 beträgt die Durchschnittsförderung in den einzelnen Steinkohlenrevieren5 jetzt 65–70% der Friedensförderung. Die[558] Verringerung der Haldenbestände hat sich im Dezember an der Ruhr verlangsamt; in Oberschlesien haben die Bestände sogar wieder etwas zugenommen. Die Bestände der Eisenbahn an Dienstkohle sind für Preußen bis zum Monatsende auf 10,7 Tage, für Baden auf 11,3 Tage gebracht worden. Die Versorgung der Industrie mit Kohle war jedoch weiter unbefriedigend. Immer zahlreichere Industrien beginnen unter der Kohlenknappheit zu leiden. Die Braunkohlenförderung bewegt sich auf der Höhe von 1917, ist somit erheblich höher als vor dem Kriege; doch muß der große Bedarf der im Kriege entstandenen Stickstoff-, Aluminium- und Elektrizitätswerke berücksichtigt werden. Die Belegschaft im deutschen Steinkohlenbergbau, die vor dem Kriege 653 000 Mann betragen hatte und [im] November 1918 auf 635 000 Mann, darunter über 100 000 Kriegsgefangene, gesunken war, ist im Dezember auf 710 000 Mann gestiegen. Damit ist bei weitem noch nicht die Vermehrung eingetreten, die zum Ausgleich von Arbeitszeitverkürzung und Arbeitsrückgang nötig ist. Die weitere Vermehrung wird infolge des Wohnungsmangels und der bevorstehenden Ausschöpfung der Bestände an Heeresbaracken nur noch langsam vor sich gehen können.

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Gemeint sind die Hauptsteinkohlenreviere an der Ruhr und in Oberschlesien; die Förderung Elsaß-Lothringens ist nicht mehr berücksichtigt, wohl aber die der Saar, die allerdings „außer dem engeren Saarrevier Deutschland kaum noch zugute kommt“ (R 43 I/1147, Bl. 60).

Die Mineralölversorgung Deutschlands kann in halbwegs befriedigendem Umfange erfolgen. Es wird möglich sein, im Januar etwa die Hälfte des durchschnittlichen Friedensverbrauchs zu verteilen. Die Verteilung ist bisher auf die Lieferungen der Standard-Oil-Company und der holländischen Shell-Gruppe angewiesen. Die Lieferungen aus Polen6 werden erst für Februar in Frage kommen. Der Rückgang der deutschen Benzolerzeugung und die demnächst beginnende Ablieferung von Benzol an die Entente machen trotz dieser Zufuhren größte Sparsamkeit nötig.

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Aufgrund des provisorischen dt.-poln. Wirtschaftsabkommens vom 22.10.19 (vgl. Schultheß 1919, I, S. 444).

Die Schwierigkeiten bei der Eisenerzeugung sind im Dezember noch größer geworden. Es fehlt an Roh- und Betriebsstoffen. Die Zufuhr von Erzen aus Schweden leidet unter den Valutaverhältnissen. Bei den gegenwärtigen Transportverhältnissen war es jedoch nicht einmal möglich, die gesamte deutsche Erzförderung den Hütten zuzuführen. Es mußten rund 150 000 t Erze auf die Halden geworfen werden. Die Minettelieferungen aus Lothringen sind weiter im Rückstand. Die Beschaffung der Manganerze litt stark unter dem Waggonmangel, so daß auch hier deutsche Produktion den Hütten nicht zugeführt werden konnte. Dazu kommt die ungenügende Kohlenversorgung der Hütten, die die deutsche Eisenindustrie zum Erliegen zu bringen droht. Infolgedessen tritt bereits an Schienen, Form- und Stabeisen und vor allem an Schiffsblechen ein empfindlicher Mangel ein. Bei dieser Sachlage hat sich die Versorgung der verarbeitenden Industrie im Laufe des Dezember weiter verschlechtert. Stilllegungen sind in beträchtlicher Anzahl erfolgt, zum Teil unter dem Einfluß des Kohlenmangels. Die gute Versorgung mit Ausfuhraufträgen hält an. Dagegen scheint sich infolge der hohen Preise bereits ein Sinken der Aufnahmefähigkeit des Inlandmarktes bemerkbar zu machen. Die Klagen über mangelnde Arbeitslust[559] der Arbeiterschaft nehmen ab. Eine neue Schwierigkeit bietet sich für die Werke in der gestiegenen Anforderung an das Betriebskapital7.

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Im Einzelbericht heißt es dazu weiter: „Während diese unerfreulichen Verhältnisse in der Eisenwirtschaft einen allgemeinen Zusammenschluß der beteiligten Kreise herbeiführen sollten, um die Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden, suchen sich mehrere bedeutendere Werke der Eisenindustrie aller Fesseln von Verbänden und Syndikaten zu entledigen, weil sie in der freien Initiative des einzelnen die alleinige Rettung aus unserer Wirtschaftsnot erblicken. Das Reichswirtschaftsministerium glaubt sich dieser Auffassung, namentlich mit Rücksicht auf die eisenverarbeitende Industrie, nicht anschließen zu können und hat, da es mit seinem Plane auf Bildung einer Ausgleichskasse bei der gesamten Eisenindustrie auf einmütige Ablehnung stieß, dem volkswirtschaftlichen Ausschuß der Nationalversammlung eine gesetzliche Regelung vorgeschlagen. Dieser Ausschuß hat am 16. Dezember [1919] in einer Resolution verlangt, daß die eisenerzeugende Industrie unter Mitwirkung der Regierung und unter Beteiligung des Handels und der Verbraucher (einschließlich des Handwerks) sowie unter paritätischer Teilnahme der Angestellten und Arbeiter einen Selbstverwaltungskörper bilde, der geeignet sei, die zukünftige Regelung der Eisenwirtschaft nach allgemeinen volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu übernehmen. In diesem Sinne haben am 20. Dezember im Stahlbund zu Düsseldorf Verhandlungen stattgefunden, bei welchen seitens der Vertreter der Groß-Eisenindustrie der Gedanke einer Ausgleichskasse zwar nach wie vor verworfen, im übrigen aber der bisher jede gemeinsame Regelung ablehnende Standpunkt aufgegeben“ wurde (R 43 I/1147, Bl. 63). Vgl. dazu den Ausschußbericht vom 3.3.20 in: NatVers.-Bd. 341 , Drucks. Nr. 2291 . – Zum Fortgang s. Dok. Nr. 184, P. 6.

Auch die metallschaffende Industrie hatte besonders unter Kohlenmangel zu leiden. Auch hier sind eine Anzahl von Stillegungen zu verzeichnen, die die metallverarbeitende Industrie in Mitleidenschaft ziehen.

In der Textilindustrie sind bemerkenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Trotz der Schwierigkeiten in der Kohlenversorgung ist die Beschäftigung der Werke die gleiche geblieben; doch drohen hier bereits für die Zukunft, wenn die gegenwärtigen, aus der Kriegswirtschaft stammenden oder relativ billig eingeführten Rohstoffe verarbeitet sind, erhebliche Schwierigkeiten aus der Rohstoffverteuerung.

Die Papierindustrie litt insbesondere unter den hohen Holzpreisen, die die Existenz der kleinen und mittleren Presse in absehbarer Zeit in Frage zu stellen drohen. Die papierverarbeitende Industrie wurde durch den Kohlenmangel zu Stillegungen gezwungen.

Die Lage der chemischen Industrie wird ebenfalls durch die Kohlen- und Transportnöte maßgebend beeinflußt. Es mußten nicht nur lebenswichtige Betriebe stillgelegt werden, sondern auch die Fabrikate, insbesondere der Düngerindustrie, auf Lager genommen werden, da sie infolge der Verkehrsnot nicht abtransportiert werden konnten.

Die Getreideablieferungen zeigen einen ganz außerordentlichen Rückgang. Für Roggen sank die tägliche Verladungsziffer von 5 700 t im Dezember 1918 auf 1800 Tonnen, für Weizen von 2850 t auf 950 t, für Gerste von 3500 t auf 800 t. Nach Belieferung der Bedarfsverbände bis zum 15. Januar betrugen die Bestände der Reichsgetreidestelle Ende Dezember nur noch 212 000 t, gegenüber 488 000 t Ende 1918. Die Wirkung der Gewährung von Lieferungsprämien durch die Verordnung vom 18. Dezember8, konnte sich im Dezember noch nicht bemerkbar machen.

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Vgl. Dok. Nr. 122, P. 5.

[560] In der Kartoffelversorgung konnten die Rückstände, die von Mitte November bis Ende Oktober [!] eingetreten waren, nicht mehr eingeholt werden. Die Ablieferungen bis Ende Dezember betrugen nur etwas mehr als die Hälfte der entsprechenden Ablieferung im Jahre 1918. Daher blieb die Versorgung der Bevölkerung in den großen Städten außerordentlich mangelhaft. Berlin, das Industrierevier, Frankfurt a. Main, Hamburg und Sachsen mußten die Kartoffelration auf 4–5 Pfund herabsetzen.

Die Vesorgung mit Frischgemüse war befriedigend, ebenso die mit Frischobst, jedoch nur zu hohen Preisen.

Die Ergebnisse der Zuckerproduktion aus Rüben neuer Ernte lassen sich noch nicht schätzen. Ende des Jahres waren noch erhebliche Mengen Rüben im Acker. Ferner ist durch die Witterungsumschläge der Zuckergehalt der Rüben heruntergegangen. Die Angaben der Fabriken, die bis Ende Dezember ihren Betrieb beendigt hatten, zeigten, daß ihre Erzeugung hinter der ursprünglichen Schätzung um 30–50% zurückgeblieben ist. Es muß angenommen werden, daß die gesamte Ausbeute nicht mehr als 6½ Millionen Doppelzentner Rohzucker betragen wird. Das genügt nicht, um den Bedarf der Bevölkerung an Mundzucker im bisherigen Umfange decken zu können. Da eine große Zuckereinfuhr nicht in Frage kommt, wird eine Herabsetzung der Zuckerration in absehbarer Zeit unvermeidlich.

Die bessere Schlachtviehaufbringung hat auch im Dezember angehalten und zum Teil noch eine Besserung erfahren. Bayern und Württemberg haben über ihr Soll hinaus geliefert, doch sind die reichlicheren Lieferungen aus Süddeutschland noch immer eine Folge des Futtermangels. In Norddeutschland, wo der Viehbestand stärker angegriffen ist und infolgedessen eher mit den Futterverhältnissen in Einklang steht, sind die Verhältnisse viel schwieriger, so daß Berlin mit Frischfleisch ungenügend versorgt wurde.

An Speisefett konnte wie in den Vormonaten eine Wochenration von 100 g verteilt werden, außerdem wurde im Dezember eine einmalige Sonderzuweisung von 100 g gegeben. Die Ablieferung von Inlandsbutter betrug nur noch etwa 5000 Zentner.

Die Milchversorgung litt unter den Verkehrverhältnissen, vor allem aber unter der geringen Ablieferungsfreudigkeit der Landwirte, so daß für die Großstädte Ersatz in ausländischer Milch gesucht werden mußte, die bereits teilweise eingriff.

Die Fischfänge waren in Ost- und Nordsee infolge des Wetters und des Kohlenmangels schlecht. Die Einfuhr an Fischen war gering.

Für die wichtigsten Gebrauchswaren sind die Ausfuhrverbote wieder hergestellt, so daß dem „Ausverkauf“ wirksam begegnet werden kann9. Außer[561] den bereits früher gegründeten Stellen für die Metallwirtschaft, Kleineisenwaren, Textilien, Papier, Chemie und Lederwaren sind Außenhandelsstellen für Holzwaren, Eisenbahnwagen, Glas, Keramik, Optik und Feinmechanik gegründet und arbeitsfähig. Weitere sind in Vorbereitung. Für die Lebensmitteleinfuhr ist nach Abwickelung der Abkommen mit den alliierten Regierungen10 Deutschland jetzt auf Einfuhr aus dem freien Markte angewiesen. Diese Einfuhr ist in erster Linie für Fleisch und Fett nötig. Hier ist ein großer Kauf im Betrage von 18 Millionen Dollar mit den großen amerikanischen Fleischfirmen abgeschlossen worden. Die Getreideverhältnisse nötigen jedoch, auch 200 000 t Brotgetreide bis zum 31. März einzuführen, 30 000 t hiervon sind bereits gesichert.

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Über die grundsätzliche Problematik der Ein- und Ausfuhrregelung wird im anliegenden Einzelbericht u. a. ausgeführt: „Als nach Aufhebung der Blockade [am 12.7.19] die Aussichten für eine Versorgung der deutschen Industrie und der deutschen Bevölkerung mit Rohstoffen und wichtigen Lebens- und Genußmitteln zu fallenden Preisen wuchsen und die Hoffnung auf ein baldiges Wiederaufleben des Ausfuhr- und Überseeverkehrs erweckt wurde, glaubte das Reichswirtschaftsministerium, dieser wirtschaftlichen Lage dadurch Rechnung tragen zu müssen, daß es als Programm seiner Außenhandelspolitik den Grundsatz aufstellte, daß die Einfuhr von Rohstoffen und die Ausfuhr von Fertigerzeugnissen möglichst von Beschränkungen freigestellt werden und nur noch die Einfuhr von Halbfabrikaten und Fertigerzeugnissen sowie die Ausfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten weiter unter Kontrolle bleiben müsse, indem es von der Erwägung ausging, daß einerseits die fallende Tendenz der Weltmarktpreise den inländischen Rohstoffbeziehern eine natürliche Kontingentierung bei ihren Aufkäufen auferlegte und daß andererseits die Konkurrenz der bisherigen Feindländer größtmöglichste Beweglichkeit für das deutsche Ausfuhrgeschäft notwendig machte. Infolgedessen wurden zunächst die Einfuhrverbote für Kautschuk, Guttapercha, Asbest und die wichtigsten Textilrohstoffe sowie das Ausfuhrverbot für Textilfertigerzeugnisse aufgehoben. Die vor etwa 4 Monaten einsetzende starke Entwertung der deutschen Mark im Auslande führte aber zu so starken Mißständen in unserem Außenhandel, daß von der Durchführung des erwähnten Grundsatzes Abstand genommen werden mußte. Denn die einsetzende Spekulation auf die bei weiterem Verfallen der Markwährung zu erwartende Erhöhung der Rohstoffpreise machte es notwendig, die Einfuhr von Rohstoffen in stärkerem Maße unter Kontrolle zu halten. Ferner bewirkte der rapide Fall der Markwährung, daß das Ausland über die ausfuhrfreien Waren Deutschlands gierig herfiel und zu Spottpreisen an sich zog, so daß nicht nur die Bestände des Reichs an Gebrauchtwaren im schnellen Abnehmen begriffen waren, sondern auch die ausländischen Industrien ihre Regierungen nach Maßnahmen gegen die deutsche Schleuderkonkurrenz anriefen. Von allen zur Bekämpfung dieser Preisschleuderei vorgeschlagenen Maßnahmen erschien schließlich die erweiterte Einführung einer Preiskontrolle durch die beteiligten Interessentenverbände als der einzig praktische Weg, nachdem vor allem die Einführung von Ausfuhrzöllen infolge ihrer Starrheit auf lebhaften Widerspruch bei Industrie und Handel gestoßen war. Auf Grund der Verordnung vom 20. Dezember 1919 [RGBl. S. 2128 ; vgl. dazu Dok. Nr. 125, P. 12] sind nunmehr bereits die wichtigsten Gebrauchswaren […] wieder unter Ausfuhrverbot gestellt. Die übrigen noch ausfuhrfreien Waren werden folgen, sobald die zur Kontrolle der Ausfuhrverbote notwendigen Prüfungsstellen in Form von Außenhandelsstellen geschaffen sind, so daß im wesentlichen der sogenannte deutsche Ausverkauf jetzt beseitigt sein dürfte und binnen kurzem die Ausfuhr aller derjenigen Waren verboten sein wird, die nicht ausgesprochenen Luxuscharakter tragen und zur Kontrolle ungeeignet sind“ (R 43 I/1147, Bl. 73 f.).

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Gemeint sind vor allem die Trierer und Brüsseler Lebensmittelabkommen vom 17. 1. und 14.3.19 (vgl. diese Edition: Das Kabinett Scheidemann, Dok. Nr. 14 a und b, P. 1).

Das Loch im Westen ist insoweit geschlossen, als die Kontrolle für die Einfuhr von Kartoffeln und die Kontrolle der Ausfuhr von Lebensmitteln von den alliierten Regierungen zugestanden worden ist. Für alle ausfuhrverbotenen Waren konnte dieses Zugeständnis noch nicht erreicht werden.

Schmidt

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