2.238.4 (cun1p): 4) Ausdehnung der Bestimmungen über die Deckung des Devisenbedarfs der Reichsbehörden auf die Reichsverkehrsverwaltung.

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Das Kabinett Cuno Wilhelm Cuno Bild 183-1982-0092-007Französischer Posten Bild 183-R43432Posten an der Grenze des besetzten Gebietes Bild 102-09903Käuferschlange vor Lebensmittelgeschäft Bild 146-1971-109-42

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4) Ausdehnung der Bestimmungen über die Deckung des Devisenbedarfs der Reichsbehörden auf die Reichsverkehrsverwaltung.

Der Herr Reichsverkehrsminister widerspricht der Ausdehnung der für die Devisenbedarfsdeckung der Reichsbehörden geltenden Bestimmungen auf die Verkehrsverwaltung16. Er beantragt, die Beratung solange auszusetzen, bis über das Ergebnis der in London geführten Kohlenkreditverhandlungen Näheres bekannt wäre17. Bis dahin würden von der Verkehrsverwaltung Devisen nicht gekauft werden. Die Beratungen wurden ausgesetzt.

16

Die Frage der Devisenbeschaffung für das RVMin. war seit langem umstritten (vgl. Anm. 3 zu Dok. Nr. 137). Mit Schreiben vom 27. 7. hatte der RFM einen Kabinettsbeschluß gefordert, daß auch das RVMin. sich an die Grundsätze über die Deckung des Devisenbedarfs der Reichsbehörden zu halten habe, „nachdem sich das RVMin. an seine mit Schreiben vom 28.1.23 gegebene Zusage, Devisen nur durch die Devisenbeschaffungsstelle zu kaufen, nur unter der Bedingung für gebunden erachtet, daß Gewähr für rechtzeitige und ausreichende Bedarfsdeckung in seinem Sinne geleistet wird, und eine Rückkehr zum Ankauf von Devisen im freien Markt für den Fall in Aussicht stellt, daß die Rbk nicht in der Lage sei, die erforderlichen Devisenbeträge zur Verfügung zu stellen.“ (R 43 I/2446, Bl. 111).

17

StS Bergmann, der zu Verhandlungen in London weilte, berichtete darüber am 2. 8. u. a. an den RK: „Ein englischer Regierungskredit an Deutschland für Kohlenbezug oder Lebensmittel ist aus politischen Gründen zur Zeit ausgeschlossen. Auch die Versuche, von englischer Bank solchen Kredit zu erhalten, müssen aus Mangel an geeigneten Sicherheiten scheitern. Dagegen scheint es unter Umständen möglich, die englischen Kohlenlieferanten selber für Kohlenkredit an Deutschland zu interessieren, wenn ihnen erklärt wird, daß ohne Kredit keine englische Kohle mehr von Deutschland gekauft werden kann. Der englische Kohlenhandel, dem es jetzt nicht gut geht, würde sich dann im Interesse der Aufrechterhaltung der englischen Kohlenwirtschaft selbst an die Regierung wenden müssen, um für sich finanzielle Unterstützung zu erhalten. Diese Idee wird unter anderen von Dunning verfolgt, der mit der Reichsbahn seit Monaten wegen des großen Kredits verhandelt. […] Mein allgemeiner Eindruck geht dahin, daß wir gut tun, keinerlei Hoffnung auf auswärtige Hilfe zu setzen, und daß wir trotz aller Schwierigkeiten versuchen müssen, durch Anspannung aller eigenen finanziellen und wirtschaftlichen Kräfte über die nächsten sechs Monate hinwegzukommen. Englands Wege werden sich sicher, aber nur langsam von Frankreich trennen.“ (R 43 I/39, Bl. 7 f.).

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