2.33.1 (cun1p): 1) Lieferung von Chilesalpeter im Austausch gegen Zucker.

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Das Kabinett Cuno Wilhelm Cuno Bild 183-1982-0092-007Französischer Posten Bild 183-R43432Posten an der Grenze des besetzten Gebietes Bild 102-09903Käuferschlange vor Lebensmittelgeschäft Bild 146-1971-109-42

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1) Lieferung von Chilesalpeter im Austausch gegen Zucker.

Der Herr Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft trägt vor, daß es notwendig sei, Chilesalpeter zur Belebung der landwirtschaftlichen Produktion[111] einzuführen. Zu diesem Zwecke könnten 500 000 Doppelzentner Zucker zur Ausfuhr zur Verfügung gestellt werden. Die Konferenz der Ernährungsminister der Länder habe diesem Plan zugestimmt1. Er mache noch darauf aufmerksam, daß man doch zum mindesten den Zucker, der im Rohzustande vor kurzem eingeführt wurde, nach Veredlung zur Beschaffung von Chilesalpeter wieder ausführen könne.

1

Über die Konferenz der Ernährungsminister der Länder in Berlin am 18.12.22 findet sich ein 38seitiges Protokoll in R 43 I/1261, Bl. 293-311.

Der Staatssekretär im Wiederaufbauministerium erklärte, daß ohne Verhandlungen mit der Entente eine Zuckerausfuhr unmöglich sei.

Der Herr Reichskanzler glaubt feststellen zu müssen, daß ein starker Bedarf an Chilesalpeter fraglos vorhanden sei.

Der Reichsminister des Innern ist der Auffassung, daß ein Beschluß heute nicht gefaßt werden könnte, da man zunächst mit der Entente über diese Frage Fühlung nehmen müsse.

Das Kabinett stimmt dieser Auffassung zu2.

2

Über die Sondierungen bei der Entente berichtet Luther mit Schreiben vom 25. 1. an Hamm: „Die Kriegslastenkommission hat unter dem 20. 1. geantwortet, es sei nach ihrem Dafürhalten ausgeschlossen, über dieses Austauschgeschäft mit den französischen oder italienischen Delegierten der Repko Fühlung zu nehmen. Die Repko werde einmal eine Anregung als nicht zuständig ablehnen, andererseits werde französischer- und italienischerseits eine Ablehnung deshalb erfolgen, weil diese Länder bei diesem Austauschgeschäft ohne jeden Vorteil seien. Weiterhin werde die Behandlung dieser Frage den Ententemächten Anlaß geben darzutun, daß Deutschland durchaus imstande sei, Zuckerlieferungen überhaupt und demzufolge auch auf Reparationen zu bewirken. Man werde jedoch die alte Hetze, Deutschland sei nur dazu bereit, wenn es Gegenlieferungen erhalte, wieder aufnehmen.“ Für die Ausfuhr kämen insgesamt 12 000 t Zucker in Frage, für die 20 000 t Chilesalpeter einzuhandeln wären. Da die Zeit dränge, erbitte das REMin. baldige Kabinettsentscheidung (R 43 I/1261, Bl. 270). Zur weiteren Behandlung vgl. Dok. Nr. 75, P. 9.

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