2.144.3 (lut1p): c) Zeppelin-Spende.

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Die Kabinette Luther I und II (1925/26), Band 1.Das Kabinett Luther I Bild 102-02064Reichspräsident Friedrich Ebert verstorben Bild 102-01129Hindenburgkopf Bild 146-1986-107-32AStresemann, Chamberlain, Briand Bild 183-R03618

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RTF

c) Zeppelin-Spende.

Der Reichsverkehrsminister legte den Sachverhalt dar4 und wies zum Schluß seiner Ausführungen darauf hin, daß das Reich in irgendeiner Weise Eckener einmal werde unterstützen müssen. Preußen wolle die von Eckener beabsichtigte öffentliche Sammlung nicht genehmigen, da nach seiner Ansicht die Öffentlichkeit jetzt kein Geld für derartige Dinge habe5. Er (der Reichsverkehrsminister) habe Bedenken gegen eine Sammlung in diesem Augenblick, hauptsächlich aus außenpolitischen Gründen. Das Ausland werde gegen uns mißtrauisch werden und die Auffassung vertreten, Deutschland wolle sich nur Luftschiffe zu Kriegszwecken bauen.

4

Der „Vorbereitende Ausschuß für die Zeppelin-Eckener-Spende des deutschen Volkes“, gegründet im Juli 1925 von namhaften Persönlichkeiten aus Politik (u. a. die OB Adenauer, Böß, Scharnagl, die MdR Löbe, Koch-Weser, Müller-Franken), Wirtschaft und Wissenschaft, hatte mit Schreiben an den PrWohlfM vom 4. 8. um Genehmigung einer öffentlichen Volkssammlung (gemäß VO vom 15.2.17, RGBl., S. 143 ) nachgesucht. Zum Zweck der Sammlung heißt es in dem Schreiben: „Nachdem die Mittel, die das deutsche Volk dem Grafen Zeppelin nach der Katastrophe von Echterdingen [Explosion von LZ-4 am 5.8.08] zur Verfügung gestellt hatte, durch die Inflation zum größten Teil aufgezehrt sind, bedarf es neuer Mittel, um die Herstellung und Unterhaltung eines für Forschungszwecke bestimmten Luftschiffes zu ermöglichen. Der Flug Dr. Eckeners nach den Vereinigten Staaten [Okt. 1924 zur Ablieferung von LZ-126] hat eine überraschende Wendung in der Stellung des amerikanischen Volkes gegenüber Deutschland zur Folge gehabt und hat gezeigt, daß Deutschland in erster Linie durch kulturelle Großtaten seine Stellung in der Welt wieder erobern kann.“ (Abschrl. an Rkei am 7. 8. in R 43 I/737, Bl. 16-18).

5

MinPräs. Braun hatte den RK hiervon mit Schreiben vom 5. 8. in Kenntnis gesetzt (R 43 I/737, Bl. 15).

Eckener wolle am 21. August in einer Rede seine Ziele darlegen. Wenn auch im Hinblick auf die von ihm in der Presse gestattete Propaganda er hieran kaum gehindert werden könne, so schlage er, der Reichsverkehrsminister, vor, dem Herrn Dr. Eckener zu eröffnen, daß die Reichsregierung diesem Plane zwar nicht feindlich gegenüberstehe, sich hinter seine Ausführung im jetzigen Augenblick aber nicht stellen, im Gegenteil sich ihr entgegensetzen müsse und entsprechend rate, mit der Ausführung der öffentlichen Sammlung vorläufig zu warten und sich etwa im Oktober erneut an die Reichsregierung zu wenden.

Das Kabinett erklärte sich hiermit einverstanden6.

6

Zum Fortgang s. Dok. Nr. 157.

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