2.138.2 (ma31p): Anlage 7

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Die Kabinette Marx III und IVDas Kabinett Marx IV Bild 146-2004-0143Chamberlain, Vandervelde, Briand und Stresemann Bild 102-08491Stresemann an den Völkerbund Bild 102-03141Groener und Geßler Bild 102-05351

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Anlage 7

Am 10.10.1926 hat in Kreckow bei Stettin ein Ausbildungskursus stattgefunden, an dem etwa 30 wehrfähige Männer aus Jungsturm, Treubund Schlageter, Stahlhelm Stettin und Altdamm, Jugendgruppe des Offiziersbundes und einige Leute vom Wehrverband Pommernsport teilgenommen haben.

Die Ausbildung betraf u. a. Exerzieren und Schießen (am umgearbeiteten Gewehr 98), Geländespiel am Sandkasten usw. Leiter war Major a. D. Wagner, „Zivilangestellter“ Wehrkreiskommando II. Lehrer: Hauptmann a. D. Metger (ebenfalls „Zivilangestellter“). Der Kursus wurde am 20. Oktober plötzlich abgebrochen.

An diesem Kursus haben aus der Provinz ein Major a. D. Fick und ein Hauptmann a. D. Eberhardt teilgenommen, und zwar, um für gleiche Ausbildungslehrgänge in der Provinz als Instrukteure verwendet zu werden.

Ein zweiter Kursus in der Stettiner Pionier-Kaserne ist seit Anfang November 1926 im Gange und wird sich noch bis Mitte Dezember hinziehen. Es nehmen daran 25 bis 30 Personen ähnlicher Herkunft wie im Kreckower Kurs[us] teil, wie überhaupt der Kursus genau so aufgezogen ist wie der eingangs mitgeteilte.

Ein Lehrgang, zu dem der Bauarbeiter Gädtke vom Kyffhäuser-Bund aus Krüssow, Kreis Stargard, und der Tischlergeselle Eckert Einberufungsschreiben erhalten haben sollen, findet in Kreckow vom 23. November d. Js. ab statt. Leiter ist Hauptmann a. D. v. Werder in Stettin. Anmeldung nimmt auch für diesen Kursus der Major a. D. Wagner entgegen. Als Geschäftsführer ist neuerdings ein gewisser Drews – Versorgungsanwärter – von der Sportleitung angestellt, der in Kreckow in der Stabsbaracke wohnt. In der Baracke wurde ferner[404] auf einer Tafel vom Hauptmann a. D. v. Werder auf diesen Sportkursus hingewiesen und bekannt gemacht, daß ein neuer Kursus im Januar 1927 in Kreckow stattfinden soll. Anmeldungen nimmt für Stettin Major a. D. Wagner und für den Kreis Greifenhagen der Leutnant a. D. Herrmann entgegen. Wagner vermittelt auch die Teilnahme von Angehörigen aus den rechtsradikalen Wehrverbänden an Sportkursen bei den Sportschulen „Hochburg“ bei Neubrandenburg und „Mierow“ in Mecklenburg. Beide Schulen, von Offizieren a. D. geleitet, werden von der Reichswehr völlig finanziert.

In Muttrin bei Stolp i. P. auf dem Rittergute des v. Zitzewitz sind in der Zeit vom 15. bis 20.11.1926 21 ehemalige Offiziere zu einem Kursus zusammengezogen worden. Der Kursus wurde in einem großen Zimmer des Gutsjugendheimes unter Leitung des Majors a. D. v. Briesen in Stolp i. P. über den Grenzschutz abgehalten. Dieser Major v. Briesen ist von der Reichswehr angestellter Bezirksleiter. An der Hand von Generalstabskarten werden laufend die wichtigsten Verteidigungsstellen und die hierzu nötige Gliederung und Stärke der Truppen besprochen. Diese Ausbildungskurse werden laut Mitteilung im Einverständnis mit dem Wehrkreiskommando II und dem Reichswehrministerium abgehalten. Die meisten der an dem Kursus beteiligten inaktiven Offiziere sind in den Kreisen Stolp, Lauenburg, Bütow, Rummelsburg und Schlawe begütert. Sie gehören sämtlich dem Wehrverband „Pommerntreue“ an, der von Major Briesen gegründet ist, und tragen ein Abzeichen in Gestalt eines Wappenschildes mit dem pommerschen Greif in den Farben blau-weiß. Dieses Abzeichen ist für die Führer, die in Muttrin an dem Kursus teilnahmen, mit einem silbernen Eichenkranz umgeben. Bezirksleiter des Verbandes „Pommerntreue“ für die Kreise Stolp und Lauenburg ist der Major a. D. v. Briesen und für die Kreise Schlawe, Rummelsburg und Bütow der Major a. D. v. Kleist in Wendisch-Tychow, Kreis Schlawe, Beide sind Vertrauensleute des Wehrkreiskommandos II.

Die Bezirkseinteilung nach den Kreisen würde sich mit derjenigen der früheren Bezirkskommandos decken. Den Kreis- bzw. Ortsgruppenführer[n] des Verbandes „Pommerntreue“ sind mehr oder weniger auch die Waffen für den Grenzschutz anvertraut. Trotzdem die Einrichtung der sogenannten Grenzschutzformationen, die sich nur aus rechtsradikalen Kreisen zusammensetzen, bereits seit 1922 besteht, weiß bis heute kein preußischer Beamter bis zum Oberpräsidenten einschließlich, wer die Führer dieses sogenannten Grenzschutzes sind, wo die Waffenlager sind und was sie enthalten. Die Offiziere a. D., die Vertrauensleute der Reichswehr sind, genießen mehr Vertrauen als alle preußischen Landräte, Regierungspräsidenten und der Oberpräsident. Die Waffen werden von Zeit zu Zeit durch Beauftragte der Reichswehr nachgesehen und gereinigt7.

7

Der oben abgedruckten Anlage 7 ist beigefügt das „Statut des Wehrverbandes Pommernsport (W. P.)“ vom 16.10.25 (R 43 I/686, Bl. 132).

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