2.37.2 (ma31p): 2. Russenkredite.

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2. Russenkredite11.

11

Vgl. Dok. Nr. 8, P. 1.

Der Reichswirtschaftsminister berichtete über seine Verhandlungen mit dem russischen Botschafter12 und den in Betracht kommenden Bankengruppen. Es sei möglich gewesen, dadurch zu einem Abschluß zu kommen, daß das Reich der Reichskredit-AG gegenüber eine Liquiditätsgarantie übernehme, und zwar in Höhe von 35% der Gesamtgarantie, wodurch die Reichskredit-AG den finanzierenden Banken gegenüber eine Rediskontmöglichkeit einräumen könne. Die Banken hätten sich unter diesen Umständen bereit erklärt, auf einen Zinssatz von 9,4% herabzugehen. Die Russen hätten zwar zunächst einen Zinssatz von 9,3% verlangt, hätten sich aber schließlich mit einem Zinssatz von 9,4% einverstanden erklärt.

12

Krestinski.

Ein entsprechendes Kommuniqué werde am kommenden Nachmittag der Presse übergeben werden13. Dem Haushaltsausschuß soll über die Vereinbarungen berichtet werden14.

13

WTB meldete am 26. 6.: Die Verhandlungen über die Finanzierung der durch die öffentliche Hand garantierten Industrielieferungen nach der Sowjetunion hätten unter Vermittlung des RWiM zu einer Einigung geführt. Zwischen einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank einerseits und der Sowjetreg. andererseits sei für die Bereitstellung der Exportkredite folgender Satz vereinbart worden: jeweiliger Reichsbanksatz zuzüglich 1% Zinsen und 1,9% Provision, insgesamt also z. Zt. 9,4%. Diese Einigung sei dadurch erleichtert worden, daß die RReg. dem Bankenkonsortium für einen Teil des Kredits Rediskontierung ermöglicht habe. Es könne damit gerechnet werden, daß von den Banken en bloc 120 bis 150 Mio RM zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzierung weiterer Lieferungen würde von den Beteiligten betrieben (R 43 I/135, Bl. 206). Vgl. auch ADAP, Serie B, Bd. II,2, Dok. 25.

14

Die Berichterstattung erfolgte durch den RWiM in der Sitzung des Haushaltsausschusses des RT am 30. 6. – Im Rahmen dieser Kreditaktion zur Förderung des Rußlandexports wurden bis Ende 1926 Lieferverträge im Gesamtbetrag von etwa 160 Mio RM abgeschlossen; siehe die Denkschrift des RArbM über die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der RReg. vom 19.1.27, RT-Bd. 413 , Drucks. Nr. 2921 , S. 13 f.

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