2.63.2 (ma31p): 2. Bericht über die Stellung des Verwaltungsrats der Reichsbahn zu den Forderungen der Reichsregierung.

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[142]2. Bericht über die Stellung des Verwaltungsrats der Reichsbahn zu den Forderungen der Reichsregierung.

Der Herr Reichskanzler berichtete über die Unterredung, die er heute nachmittag mit den Herren des Verwaltungsrats der Reichsbahn von Siemens, Dr. Luther und Dr. Bergmann gehabt hatte. Er verlas aus dem Briefe des Herrn v. Siemens vom 19. d. M.6 die Stellen von Bedeutung und betonte, daß es der Wunsch des Verwaltungsrats sei, die Reichsregierung möge nunmehr die Bestätigung des neuen Generaldirektors7 aussprechen, nachdem der Verwaltungsrat alles das getan habe, was zur Erfüllung der Wünsche der Reichsregierung von ihm verlangt werden könne. Es müsse jetzt mit der Reparationskommission über die Zulassung des Reichsverkehrsministers zu den Sitzungen des Verwaltungsrats verhandelt werden, und der Verwaltungsrat habe den Wunsch, daß diese Verhandlungen von der Reichsregierung geführt würden.

6

Dok. Nr. 60.

7

Dorpmüller.

Er, der Reichskanzler, stehe auf dem Standpunkte, daß man jetzt noch nicht die Bestätigung aussprechen, vielmehr abwarten solle, wie sich die Verhandlungen mit der Reparationskommission, die wohl am besten von der Reichsregierung geführt würden, gestalteten. Er schlage daher vor, von einer Bestätigung vorerst abzusehen und den Herrn Reichsminister des Auswärtigen sowie den Herrn Reichsminister der Finanzen zu bitten, im Auftrage der Reichsregierung die Verhandlungen mit der Reparationskommission zu führen. Sollte sich dabei herausstellen, daß die Verhandlungen geraume Zeit in Anspruch nehmen würden, so würde sich das Kabinett erneut mit der dadurch geschaffenen veränderten Lage zu beschäftigen haben.

Es wurde beschlossen, von einer Bestätigung des neuen Generaldirektors abzusehen. Der Reichsminister des Auswärtigen und der Reichsminister der Finanzen werden bezüglich der Zulassung des Reichsverkehrsministers zu den Sitzungen des Verwaltungsrats mit der Reparationskommission und den sonst in Betracht kommenden Stellen in Verhandlungen treten8. Anliegender Pressenotiz wurde zugestimmt.

8

Am 21. 7. lief das Schreiben des Treuhänders für die Eisenbahnobligationen Delacroix (Dok. Nr. 59) in der Rkei ein. Daraufhin ließ der RK durch StS Pünder an das AA, das RFMin., den RFM und den RVM mitteilen, daß die in der Ministerbesprechung vom 19. 7. (siehe oben) beschlossenen Verhandlungen mit der Repko vorläufig nicht eingeleitet werden sollen (R 43 I/1054, Bl. 156–157). – Zur weiteren Behandlung der Angelegenheit siehe Dok. Nr. 65 und Nr. 69, P. 1.

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