2.68.7 (ma31p): 7. Polizeiausstellung Berlin.

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7. Polizeiausstellung Berlin13.

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Im Auftrag des RWeM hatte Oberstlt. v. Schleicher in einem Geheimschreiben vom 20.7.26 StS v. Schubert (AA) mitgeteilt, daß das Berliner Polizeipräsidium nach Zeitungsmeldungen beabsichtige, auf der Großen Polizeiausstellung Berlin 1926 „auch das Gebiet der sogenannten Fememorde im Zusammenhang mit den in den Jahren 22/23 im Bereich des Wehrkreises III vorhandenen Arbeitskommandos zu behandeln. Der Herr Reichswehrminister verkennt die Notwendigkeit einer restlosen kriminellen Aufhellung dieser Fälle in keiner Weise und hat sich selbst bemüht, sie zu fördern. Dessenungeachtet aber ist er der Auffassung, daß es dem Ansehen des Reiches vor allem im Auslande nicht nützt, sondern sehr erheblich schadet, wenn dieser höchst unerfreulichen Krankheitserscheinung einer heute bereits lange überwundenen Epoche der deutschen nachrevolutionären Geschichte durch eine förmlich propagandistische Verwertung zu Ausstellungszwecken der unzutreffende Schein einer aktuellen Bedeutung verliehen wird.“ Der RWeM würde es dankbar begrüßen, wenn das AA seiner Auffassung beitreten und dem „Breittreten dieses Sondergebietes“ auf der Polizeiausstellung „vorbeugend entgegentreten“ würde (R 43 I/2732, Bl. 163–166). Daraufhin schrieb v. Schubert am 30. 7. an den PrIM, die beabsichtigte Behandlung der sog. Fememorde auf der Polizeiausstellung erscheine ihm „vom außenpolitischen Standpunkt doch recht bedenklich. Die Ausstellung gerade dieses Materials wird im Auslande falsche Vorstellungen über die Rechtssicherheit in Deutschland erwecken und zu der irrigen Auffassung führen, daß vorübergehende Krankheitserscheinungen auch heute noch aktuelle Bedeutung haben.“ (R 43 I/2732, Bl. 182).

Der Reichsminister des Innern berichtete, daß nach den ihm gewordenen Mitteilungen nicht beabsichtigt sei, auf der Polizeiausstellung Berlin Material über Femeorganisationen zu zeigen. Ministerialdirektor Abegg habe ihm das ausdrücklich erklärt.

Die Angelegenheit wurde hierdurch als erledigt bezeichnet.

Das Kabinett war jedoch der Auffassung, daß es notwendig sei, daß auf die Ausstellung ein besonderes Augenmerk gerichtet werde.

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