2.46 (ma31p): Nr. 46 Aufzeichnung des Ministerialdirektors Pünder über die Erörterung der Eupen-Malmedy-Frage in der Ministerbesprechung vom 30. Juni 1926

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Nr. 46
Aufzeichnung des Ministerialdirektors Pünder über die Erörterung der Eupen-Malmedy-Frage in der Ministerbesprechung vom 30. Juni 19261

1

Diese Aufzeichnung, die eine Ergänzung des Protokolls der Ministerbesprechung vom 30.6.26 (Dok. Nr. 45) darstellt, ist vom 3.7.26 datiert.

R 43 I/1413, Bl. 48

In einer Ministerbesprechung am 30. Juni 1926 im Reichstag (Kleiner Reichsratssaal) berichtete außerhalb der Tagesordnung Reichsminister Dr. Stresemann über den gegenwärtigen Stand der deutsch-belgischen Verhandlungen betreffend Eupen-Malmedy. Er erwähnte, daß sie anscheinend zu einem günstigen Abschluß kämen und die Rückgewinnung der beiden Kreise voraussichtlich mit einem Kostenaufwand von einigen hundert Millionen zu erreichen sein werde2. Das deutsch-belgische Markabkommen3 werde zwar offiziell nicht mehr berührt werden, da die beiderseitigen Stellungnahmen zu schroff festgelegt seien. Für den finanziellen Punkt würden daher andere Formulierungen gefunden werden müssen. Eine glatte Rückgabe der beiden Kreise komme voraussichtlich nicht in Betracht, sondern eine Zustimmung zu einer neuen Volksabstimmung. Das Ergebnis dieser Volksabstimmung sei aber bei der bekannten[107] deutschfreundlichen Einstellung der Kreiseingesessenen von Eupen-Malmedy nicht zweifelhaft.

2

Siehe dazu ADAP, Serie B, Bd. I,1, Dok. Nr. 126, 180, 181, 231, 253. Zuletzt hatte RbkPräs. Schacht am 28.6.26 mit Delacroix inoffiziell über finanzielle Gegenleistungen Deutschlands für eine Rückgabe Eupen-Malmedys durch Belgien verhandelt; siehe ADAP, a.a.O., Dok. Nr. 259.

3

Das von RFM Erzberger am 25.11.19 abgeschlossene Abkommen über die Einlösung der während des Krieges in Belgien in Umlauf gesetzten dt. Marknoten war nicht ratifiziert worden; auch die in den folgenden Jahren geführten Verhandlungen über ein neues dt.-belg. Markabkommen hatten zu keinem Ergebnis geführt. Siehe dazu ADAP, Serie B, Bd. I,1, Dok. Nr. 21. Vgl. auch die ausführliche Darstellung des RbkVPräs. a. D. v. Glasenapp über „Die belgischen Markbestände“ vom 29.7.26 (R 43 I/53, Bl. 128–174, Druck).

Das Reichskabinett nahm von diesen Mitteilungen mit Befriedigung Kenntnis. Beschlüsse wurden nicht gefaßt4.

4

Zum weiteren Verlauf der Verhandlungen über eine Rückgabe Eupen-Malmedys gegen finanzielle Leistungen Deutschlands an Belgien siehe: ADAP, Serie B, Bd. I,1, Dok. Nr. 272, 278, 279, 285, 287–289, 292, 293, 296, 301; zahlreiche weitere Dokumente hierzu in: ADAP, Serie B, Bd. I,2 (siehe Dokumentenverzeichnis, insbes. S. XV ff.).

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