1.107.4 (ma32p): 4. Nürburgring.

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4. Nürburgring.

Der Reichsarbeitsminister erklärte, daß eine weitere Gewährung von Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge nach den gesetzlichen Vorschriften nicht zu rechtfertigen sei5. Unabhängig davon werde es sich empfehlen, zu prüfen, wie das Unternehmen durch andere Mittel des Reichs und Preußens gestützt werden könne, da ein Zusammenbruch angesichts der großen allgemeinpolitischen und internationalen Bedeutung der Anlage nach Möglichkeit verhütet werden müsse. In diesem Falle müsse allerdings sichergestellt werden, daß die Geschäftsführung des Unternehmens auf eine neue Basis gestellt werde, die mehr Sicherheit als bisher für eine geeignete Verwendung der Mittel biete.

5

Der Bau des Nürburgringes, einer Autorennstrecke in der Eifel, war in den Jahren 1925 bis 1927 vom Kreis Adenau als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durchgeführt und überwiegend aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge finanziert worden. Wegen wiederholter Überschreitung des Kostenvoranschlages hatten die öffentlichen Zuschüsse mehrfach erhöht werden müssen. Zuletzt hatte der PrWohlfM Hirtsiefer beim RArbM die Bewilligung von weiteren 1,7 Mio RM beantragt. Hierzu hatte RArbM Brauns in einer Kabinettsvorlage vom 25.10.27 erklärt, daß der angeforderte Betrag lediglich zur Abdeckung von Schulden bestimmt sei und daß hierfür Mittel der produktiven Erwerbslosenfürsorge nicht bewilligt werden könnten. Falls das Reich bei der Sanierung des Nürburgringes mitwirken wolle, müßten andere Mittel eingesetzt werden. Im übrigen sei es in erster Linie Sache des Landes Preußen, dem Kreis Adenau aus der Notlage zu helfen (R 43 I/2129, Bl. 126–145).

[…]

Das Reichskabinett beschloß hierauf, den Reichsarbeitsminister zu ersuchen, nochmals mit dem Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt und dem Präsidenten des Rechnungshofes6 ins Benehmen zu treten, um nach Möglichkeiten[1093] zu suchen, den Zusammenbruch des Unternehmens zu verhindern. Das Ergebnis dieser Beratung soll sodann erneut in einer Sitzung des Reichskabinetts zur Sprache kommen.

6

Saemisch.

Staatssekretär Schmid erklärte, daß auch er sich unverzüglich nochmals an den Preußischen Finanzminister7 wenden werde, um diesen zu Maßnahmen gegen einen sofortigen Zusammenbruch des Kreises zu bewegen8.

7

Höpker-Aschoff.

8

Nach langwierigen Verhandlungen, die sich bis in das Jahr 1929 hinzogen und in die auch die RReg. wiederholt eingeschaltet wurde, gewährte das Reich für die Sanierung des Nürburgringes aus Haushaltsmitteln des RVMin. einen Betrag von 2 Mio RM (Vorgänge hierzu in R 43 I/2129).

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