1.133.1 (ma32p): Phoebus-Film-Gesellschaft.

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Text

RTF

Phoebus-Film-Gesellschaft1.

1

Vgl. Dok. Nr. 352.

Staatsminister a.D. Saemisch trug das Untersuchungsergebnis bezüglich der Phoebus-Film-Gesellschaft und des Berliner Bankvereins vor. Einen Teil der übrigen Untersuchungspunkte erwähnte er flüchtig.

[1161] Der Reichswehrminister erläuterte diesen Bericht in politischer Beziehung.

Der Reichskanzler erklärte, die Reichsregierung beabsichtige, geeignete Maßnahmen zu treffen, um derartige Vorkommnisse in Zukunft zu verhüten2.

2

Siehe dazu Dok. Nr. 384, P. 2.

Abg. Dr. Haas teilte mit, daß das Verhalten des Abg. Koch-Weser in dieser Angelegenheit3 von der demokratischen Fraktion voll gebilligt werde. Die Fraktion sei der Ansicht, daß die parlamentarische Behandlung sehr vorsichtig so geführt werden müsse, daß Reichsinteressen nicht geschädigt würden. Ein Untersuchungsausschuß dürfe keinesfalls gebildet werden. In dieser Hinsicht stehe die Deutschdemokratische Fraktion hinter der Reichsregierung.

3

Als Kapitän Lohmann sich im Frühjahr 1926 darum bemühte, die Zustimmung des damaligen RFM Reinhold zu einer Bürgschaft für einen 3 Millionen-Kredit zugunsten der Phoebus-Filmgesellschaft zu erhalten, war Koch-Weser als Vermittler zwischen Lohmann und Reinhold tätig geworden. Siehe hierzu den Untersuchungsbericht des StS a.D. Fritze vom 9.5.30 (R 43 I/605, Bl. 25–295, dort bes. Bl. 64 ff.). Vgl. auch die diesbezüglichen Ausführungen des RWeM Geßler in der Ministerbesprechung vom 22.1.27 (Dok. Nr. 345).

Der Abg. Koch-Weser erläuterte noch einige Einzelheiten des Zustandekommens der 3 Millionen-Bürgschaft vom März 1926.

Abg. Dr. Haas erklärte endlich, seine Fraktion lege Wert darauf, daß die Phoebus-Film-Gesellschaft nun nicht gerade in die Hände von Hugenberg gelangt4.

4

Am 12.11.27 hatte Planck vermerkt: MinPräs. Braun habe den RK aufgesucht und ihm mitgeteilt, „daß er Nachrichten darüber habe, daß Verhandlungen im Gange seien mit dem Ziele, die Aktienmehrheit der Phoebus-Film-Gesellschaft an Hugenberg zu verkaufen. Sollte dies Tatsache werden, so werde ein neuer Sturm in der öffentlichen Meinung gegen das Reichswehrministerium losbrechen. Er [Braun] bitte den Herrn Reichskanzler, jedenfalls vorläufig den Abschluß eines solchen Geschäftes zu verhindern.“ Dem RWeM sei daraufhin das Ersuchen des RK mitgeteilt worden, „vorläufig in dieser Hinsicht keine Transaktionen vorzunehmen“ (R 43 I/603, Bl. 92).

Der Reichskanzler erwiderte, daß die Frage der wirtschaftlichen Verwertung der Phoebus-Film-Gesellschaft noch im Kabinett geklärt werden solle5.

5

Siehe dazu Dok. Nr. 384, P. 2.

Die Besprechung wurde hierauf beendet6.

6

Im Anschluß an diese Besprechung fand eine Parteiführerbesprechung mit Vertretern der Regierungsparteien über den gleichen Beratungsgegenstand statt (Anwesend: Marx, Geßler, Saemisch, Pünder, v. Hagenow, Planck; die Abgeordneten Graf Westarp, Treviranus, Scholz, Kalle, v. Guérard, Leicht). Über diese Besprechung liegt die folgende Niederschrift Plancks vor: „Nach einem Vortrag des Staatsministers a.D. Saemisch und des Reichswehrministers stellte der Reichskanzler fest, daß noch weitere Erhebungen zur Zeit stattfänden, insbesondere sei noch Reichsminister a.D. Dr. Reinhold befragt worden. Vor der Etatsberatung werde eine neue Orientierung der Parteiführer erfolgen. Der Abg. v. Guérard erklärte, daß seine Partei dringend wünsche, daß jede weitere Beteiligung des Reichs an dem Filmunternehmen unterbleibe. Abg. Graf Westarp stellte zur Erwägung, ob das Reichswehrministerium eine Erklärung veröffentlichen könne, daß Kapitän Lohmann nichts Ehrenrühriges begangen habe. Der Reichswehrminister erklärte dies als noch verfrüht.“ (R 43 I/603, Bl. 156).

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