2.41.1 (sch1p): 1. [Lage in Bayern]

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1. [Lage in Bayern]

Der Ministerpräsident machte Mitteilung über die Lage in Bayern und erhielt auf seine Anregung die Zustimmung des Kabinetts zur Einrichtung eines regelmäßigen Kurierdienstes nach Bamberg während der Fortdauer der Krisis in Bayern1.

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Der pr. Geschäftsträger in München, LegSekr. Graf Zech, berichtete in einem Telefongespräch, das dem RMinPräs. schriftlich vorgelegt wurde, am 8.4.1919, die Münchener MSPD, USPD und der Bauernbund hätten eine Vereinbarung getroffen, die dem Rätegedanken entgegenkomme. „Die Räte bauen sich weiter aus und haben gestern einen neuen Aktionsausschuß und Zentralrat gewählt. Für die Aufhebung der Pressezensur sind neue Richtlinien herausgegeben worden, die auf eine völlige Knebelung der bürgerlichen Zeitungen hinauslaufen. Eine nennenswerte Auflehnung gegen das Gebaren der Räte macht sich vorläufig nur in der Provinz geltend, auch dort aber nur in papierenen Protesten […].“ (R 43 I/2212, Bl. 24). Einem weiteren, dem RMinPräs. vorgelegten Bericht des AA über die Lage in Bayern vom 8.3.1919<in der Druckfassung: 8.4.1919, Anm. der Online-Edition.> zufolge sei die „Lage dort ungeklärt, Räte sitzen noch nicht recht fest, da der Unwillen der Bevölkerung steigt. Auch auf dem Lande macht sich Unzufriedenheit bemerkbar, überall, wo die Erklärung des bayer. MinPräs. vom 7. d. M. [s. Dok. Nr. 37, P. 7] bekannt wird, erregt sie Zufriedenheit und stachelt den Widerstand gegen die Räterepublik an […]. Bei energischer sofortiger Durchführung der in Nordbayern eingeleiteten Aktion und kräftiger Unterstützung derselben durch aufklärende Propaganda hält Graf Zech die Lage in Bayern für unschwer wiederherstellbar. Telefon- und Drahtverkehr mit pr. Gesandtschaft vorläufig nicht gestört […] gez. Langwerth.“ (R 43 I/2212, Bl. 49). Einem Aktenvermerk vom 10.4.1919 zufolge wurde an diesem Tag der Kurierverkehr zwischen Weimar und Bamberg aufgenommen (R 43 I/2212, Bl. 62).

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