2.61.5 (sch1p): 5. [Bericht Noskes über seine Reise im Baltikum]

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[248]5. [Bericht Noskes über seine Reise im Baltikum]

Reichsminister Noske berichtet über seine Reise in das besetzte litauische und lettische Gebiet9.

9

Über die Reise Noskes ist weder in R 43 I noch in seinen Teilnachlässen im BA und bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn-Bad Godesberg, näheres zu ermitteln; Hinweise finden sich in: Noske, Gustav: Von Kiel bis Kapp, Zur Geschichte der dt. Revolution, Berlin 1920, S. 178 f.; v. d. Goltz, Graf Rüdiger: Meine Sendung in Finnland und im Baltikum, Leipzig 1920, S. 186 ff.

Unterstaatssekretär Lewald verliest ein Telegramm des Ostschutzes, wonach deutsche Truppen an dem lettischen Staatsstreich unbeteiligt waren und vor deutscher Einmischung gewarnt wird, die nur zu Blutvergießen führen würde10.

10

Siehe Dok. Nr. 53, P. 1. Das erwähnte Telegramm des Ostschutzes ist in den Akten der Rkei nicht zu ermitteln.

Ein litauisches Ersuchen um deutsche Militärische Hilfe und finanzielle Unterstützung sowie um schnellere Abwicklung der Okkupationsverwaltung soll dem Auswärtigen Amte zur Beantwortung übergeben werden. Militärische Hilfe zur Einnahme von Wilna, das inzwischen die Polen besetzt haben, ist abzulehnen11.

11

Siehe Dok. Nr. 20, Anm. 17.

Die neue lettische Regierung12 soll vorläufig nicht offiziell anerkannt werden, unbeschadet des tatsächlichen Verkehrs.

12

Am 26.4.1919 wurde in Libau ein Übergangskabinett gebildet, das unter dem deutschfreundlichen MinPräs. Pastor Needra sich paritätisch aus Deutsch-Balten und Letten zusammensetzte; die soz.-dem. „Sozialistische Arbeiterpartei“, der der gestürzte MinPräs. Ulmanis angehörte, trat diesem Kabinett nicht bei (Schultheß 1919, II, S. 327). Die Lage des Kabinetts Needra schätzte der dt. Geschäftsträger in Libau in einem Telegramm an das AA vom 3.5.1919 so ein: „Jetziges Kabinett als Übergangsbildung zu betrachten. Needra würde bei Übernahme der Präsidentenschaft vermutlich starke Personaländerung vornehmen. Verhandlungen wegen Koalitionsministerium mit Mitgliedern neuer und alter Reg. dauern fort, werden von hier unter der Hand gefördert. Engländer und Franzosen verlangen Wiedereinsetzung alter Reg. Amerikaner waren zunächst augenscheinlich mit Neubildung unter Beteiligung aller Nationalitäten einverstanden, machen jetzt als Vermittlungsvorschlag den, daß Ulmanis Präsidentschaft behält und Majorität des Kabinetts der früheren [Reg.] angehört. […] Lett. Mitglieder des neuen Kabinetts nehmen an, daß sie Mitglieder des früheren in reichsdt. und baltenfreundlichem Sinne werden beeinflussen können. […]“ (R 43 I/47, Bl. 9-12). Da die Verhandlungen mit Ulmanis scheiterten, wurde am 11.5.1919 ein Kabinett unter MinPräs. Needra gebildet, dem 8 Letten, 8 Balten und 1 Vertreter der jüdischen Minorität angehörten (Schultheß 1919, II, S. 327 f.).

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