2.86.8 (sch1p): 8. [Zugeständnisse auf militärischem Gebiet]

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8. [Zugeständnisse auf militärischem Gebiet]

Im Anschluß an die oben unter 2 dargelegten Beratungen wird in der Nachmittagssitzung mit Mehrheit beschlossen, auch möglichst weite Zugeständnisse auf militärischem Gebiete zu machen. Die Zurückführung der Truppenstärke auf 100 000 Mann soll im Grundsatz angenommen und nur vorübergehend eine stärkere Truppenzahl verlangt werden. Voraussetzung soll sein, daß der Völkerbund die Grenzen garantiert10.

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Zu diesem TOP findet sich in der Anlage zum Protokoll die Durchschrift des Briefes eines nicht zu ermittelnden Verfassers, wahrscheinlich Brechts, an den Mitarbeiter Erzbergers, Dr. Hemmer. Hierin heißt es: „[…] Dann hat Herr Minister Erzberger auf militärischem Gebiet die Aufhebung der Zwangsdienstpflicht als notwendiges und nötiges Zugeständnis empfohlen, aber nach meinen Notizen zur Zahl der Truppen keine Stellung genommen. Dies hat zuerst Herr Dr. David getan, der vorschlug zu sagen, daß die Zahl von 350 000 nicht starr aufrechterhalten werden solle, sondern weitere Zugeständnisse möglich seien, sobald die innere Sicherheit es zulasse. Dann hat Herr Bell empfohlen, militärisch soweit wie möglich entgegenzukommen, und Noske hat sich zustimmend geäußert. Zum Schluß hat Graf Bernstorff vorgeschlagen, die Bedingungen der Entente hier grundsätzlich anzunehmen, aber vorübergehend mehr zu verlangen und sich vorzubehalten, später zu sagen, daß es nicht mehr genug sei. In diesem Sinne wurde der Beschluß gefaßt unter der Voraussetzung, daß der Völkerbund die Grenzen garantiert. […]“ (R 43 I/1349, S. 243 f.). Unter das Protokoll, das wie alle Kabinettsprotokolle zu dieser Zeit von den Teilnehmern abgezeichnet wurde, hat Reinhardt neben seinen Namen gesetzt: „nur für die Vormittagssitzung, in der P. 8 nicht beraten wurde. Hierzu am 26. 5. ablehnend Stellung genommen.“ (s. Dok. Nr. 86, P. 3).

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