1.14.2 (str2p): 1. [Erhöhte Löhne in der Reichsdruckerei.]

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Die Kabinette Stresemann I und II. Band 2Gustav Stresemann und Werner Freiherr von Rheinhaben Bild 102-00171Bild 146-1972-062-11Reichsexekution gegen Sachsen. Bild 102-00189Odeonsplatz in München am 9.11.1923 Bild 119-1426

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1. [Erhöhte Löhne in der Reichsdruckerei9.]

9

Die Arbeiter der Reichsdruckerei, die dem RPMin. nachgeordnet war, hatten eine einmalige Auszahlung von 7 Mrd. M verlangt.

Wegen der schwerwiegenden politischen Folgen bei einer Stillegung der Reichsdruckerei bittet der RPM unterstützt von RVM und RFM, eine Vermittlung anstreben zu können. Der RFM erklärt, daß der Notenbedarf gedeckt sei, jedoch gebe es keine Reserve.]

Die heutige Intervention auf dem Valutamarkt habe große Opfer gefordert und auch nur eine vergleichsweise schwache Wirkung gezeitigt10. Die Vertagung des Reichstags11 habe eine weitere ernste politische Belastung der Lage ergeben, so daß es ihm bei einer solchen Situation nicht möglich sei, die Verantwortung für sein Ressort zu tragen.

10

Über die Entwicklung der Börse am 12.10.23 berichtete „Die Zeit“, Nr. 237 vom 13.10.23: „Der heutige Devisenverkehr stand zunächst noch unter der Nachwirkung der gestrigen sehr reichlichen Zuteilungen. Die hiervon betroffenen Firmen nahmen noch weitere Abgaben vor. Neue Kauforders für Devisen gingen bei den Banken nur in sehr begrenztem Umfange ein. Regierung und Reichsbank sind anscheinend entschlossen, bis zur Veröffentlichung der Verordnung über die Währungsreform den Dollar unter Druck zu halten, um neue katastrophale Steigerungen zu verhindern. Damit hängt auch die ziemlich große Abgabe der Reichsbank von Dollarschatzanweisungen und Goldanleihen zusammen. Im übrigen sind neue Momente, die für die Bewertung der Devisen maßgebend sein können, nicht hervorgetreten. Die politische Lage bleibt unverändert ernst.“

11

S. o. Anm. 6.

Der Reichskanzler wies darauf hin, daß die Vertagung des Reichstags insofern unerheblich sei, als die in Aussicht genommenen Maßnahmen auf Grund von Artikel 48 getroffen werden könnten und sollten12.

12

S. zu dieser Einstellung aber Dok. Nr. 136, P. 5.

Im übrigen regte der Kanzler an, um in der Frage der Notenbeschaffung von einer etwaigen Stillegung der Reichsbank unabhängig zu sein, in möglichst weitem Umfange den Notendruck in Wien stattfinden zu lassen13.

13

Bereits am 4.9.23 hatte das Rbk-Direktorium in einem Schreiben an den RFM mitgeteilt, dem Antrag der Wertpapierdruckerei der Österreichischen Nationalbank entsprechen zu wollen und ihr den Auftrag zu geben, neue Noten zu 20 und 50 Millionen zu drucken (R 43 I/666, Bl. 81).

Der Reichspostminister sagte zu, dieser Anregung nach Möglichkeit zu[545] entsprechen. Über die Lohnforderung der Reichsdruckerei werde er mit den Führern verhandeln und dem Kabinett Bericht erstatten14.

14

Nach Abschluß der weiteren TOP berichtete der RPM, daß am folgenden Tag das Dreifache des bisherigen Gehalts gezahlt werde und auch die Beamten und Angestellten der Druckerei einen hohen Betrag erhalten sollten. Danach wurde die Kabinettssitzung vom RMWiederaufbau geschlossen. – Zu erneuten Auseinandersetzungen mit den Druckern der Reichsdruckerei s. Dok. Nr. 259, Anm. 10 und Anhang Nr. 1.

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