2.22.5 (wir1p): 5. Beschaffung von Auslandsgetreide.

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5. Beschaffung von Auslandsgetreide4.

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„Das Reichsernährungsministerium“ – so führt der RFM Wirth in seinem Schreiben an den RK Wirth vom 28.5.21 zur Sache aus – „hält es für notwendig, daß am 15.8.1921 eine Reserve von einer Million Tonnen Auslandsgetreide greifbar im Lande vorhanden ist und daß die dafür erforderlichen Käufe jetzt vorgenommen werden. Eine Million Tonnen Auslandsgetreide kostet bei den jetzigen Preisen rund 200 Mio Gulden = rund 340 Mio Goldmark. Ich lasse es dahingestellt, ob es gelingt, die 800 Mio GM, die von der einen Mrd. GM auf Grund des Ultimatums bis zum 31. August d. J. noch beschafft werden müssen, bis dorthin beschafft werden können [!]. Neben diesen 800 Mio GM und den sonstigen nicht vermeidlichen Zahlungen (fällige Kredite, Ausgleichsverfahren usw.) noch 340 Mio GM anzuschaffen, ist aber vollständig ausgeschlossen. Es ist daher die Frage zu entscheiden: Soll das Ultimatum erfüllt oder soll die Getreidereserve angeschafft werden? Das ist eine rein politische Frage, deren Entscheidung ich dem Reichsministerium vorlegen möchte. Ich bin der Ansicht, daß das Reichsernährungsministerium sich den daraus entstehenden Notwendigkeiten anpassen muß.“ Es folgen Vorschläge für die Getreidebeschaffung, deren Intention in der Kabinettssitzung deutlich wird (R 43 I/1368, Bl. 15).

Staatssekretär Schroeder glaubt neben den von der Entente geforderten Leistungen den vom Ernährungsministerium angeforderten Betrag nicht aufbringen zu können. Er schlägt vor, die erforderlichen Geldmittel auf dem Wege des Kredits zu beschaffen. Das Reichsfinanzministerium könne nur 100 Millionen Goldmark zur Verfügung stellen.

Reichsminister Dr. Hermes sagt zu, soweit wie möglich Getreide auf Kredit zu kaufen.

Der Reichskanzler schlägt vor, daß der Reichsernährungsminister in dieser Frage ständig in Verbindung mit dem Reichsminister der Finanzen bleiben solle. Wenn der Reichsminister der Finanzen Einspruch gegen Verausgabung weiterer Mittel durch das Reichsernährungsministerium erhebe, dann solle zunächst versucht werden, in einer Chefbesprechung Einigung zwischen beiden Ressorts zu erzielen.

Das Kabinett war mit dieser Regelung einverstanden.

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