1.39.7 (wir2p): 7. Außerhalb der Tagesordnung: [Rückkehr des Reichskanzlers aus Genua.]

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7. Außerhalb der Tagesordnung: [Rückkehr des Reichskanzlers aus Genua.]

Vizekanzler Bauer machte davon Mitteilung, daß der Herr Reichskanzler[791] beschlossen habe, unmittelbar nach Schluß der Genueser Konferenz mit der gesamten Delegation nach Berlin zurückzukehren7. Seine Ankunft sei wohl für Montag nächster Woche zu erwarten8.

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Dieser Mitteilung war ein Telegrammwechsel und ein ferndrahtliches Gespräch zwischen dem RK und dem RTPräs. vorausgegangen; der RK hatte nämlich am 16.5.22 dem RPräs. telegraphisch mitgeteilt, daß die dt. Delegation die Rückfahrt über München nehmen werde. Rathenau, Wirth und einige nicht näher bezeichnete Herren wollten einen Tag in München bleiben, um der bayrischen Regierung einen Besuch abzustatten (Telegramm vom 16.5.22 in R 43 I/471, Bl. 174). Mit Telegramm vom 16.5.22 hatte daraufhin Wever dem RK mitgeteilt, daß die führenden Mitglieder des Zentrums und der SPD sich für eine Rückkehr unmittelbar nach Berlin ausgesprochen hatten (R 43 I/471, Bl. 173). Am 17. 5. hatte der RK mit dem RTPräs. ein halbstündiges ferndrahtliches Gespräch geführt, bei dem u. a. ausgeführt wurde: „Reichskanzler: Unser Besuch in München war als politische Anknüpfung in München gedacht. Gelegenheit zu solchem Besuch auf Durchfahrt vom Süden zu machen, kommt wohl kaum mehr. Bayrische Regierung hat das durchaus gewürdigt. Wir können deshalb nicht verstehen, warum im Reichstag darin Zurücksetzung erblickt wird. Wir würden ganze Delegation über München leiten, um dort etwa 12 Stunden Aufenthalt zu nehmen. Wie stellen Sie sich dazu und wie steht es mit den Dispositionen des Reichstages über Pfingstferien? Präsident Löbe: Guten Tag Herr Reichskanzler! Wir werden wohl bis 31. Mai zusammenbleiben müssen, um neuen Notetat zu vermeiden und die gewünschte Aussprache über Ihren Bericht aus Genua vornehmen zu können, wie allgemein gewünscht wird. Ohne daraus Konfliktfall zu machen, würde es hier lieber gesehen, Ihr erster Besuch erfolgte in Berlin, wo alle Parteien in gewisser Spannung leben.“ (R 43 I/471, Bl. 180-183). Die endgültige Entscheidung des RK fiel nach dem ferndrahtlichen Gespräch Wevers mit StS Hemmer am 17.5.22, in dem Wever erneut mitgeteilt hatte, daß der RPräs., der RTPräs., die Parteiführer sowie das Kabinett der Meinung seien, die Delegation solle ohne Aufenthalt nach Berlin zurückkehren (R 43 I/471, Bl. 179).

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Die endgültige Ankunft wird am 20. 5. von StS Hemmer mit einem Fernschreiben für Wever mitgeteilt: „Bitte dem Herrn Reichspräsidenten mitzuteilen, daß, falls Ankunft nicht zu spät in den Abend fällt und Herrn Reichspräsident, Reichskanzler und Dr. Rathenau Aufwartung Sonntag Abend erwünscht ist, Reichskanzler und Rathenau gern zur Verfügung stehen. Sonst Montag 10 h Vortrag bei Reichspräsident, Kabinett 5 h.“ (R 43 I/2452, Bl. 96).

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