1.80.9 (wir2p): 9. Programme für die Verfassungsfeier am 11. August.

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[950]9. Programme für die Verfassungsfeier am 11. August.

Der Reichsminister des Innern bat um die Ermächtigung, die Feier des 11. August nach Maßgabe seiner Vorschläge in die Wege leiten zu dürfen. Im einzelnen schlug er vor, als Redner für die Berliner Feier den Staatspräsidenten von Hieber, und im Falle dessen Ablehnung den Staatspräsidenten Dr. Hummel zu gewinnen11. Als Ort bat er, den Reichstag zu wählen. Ferner hielt er es für zweckmäßig, daß der Herr Reichspräsident an diesem Tage an das Deutsche Volk eine Botschaft erlasse12. Wegen der Feier in den Ländern wolle er an die Länder herantreten, auch die Reichszentrale für Heimatdienst veranlassen, von sich aus für Feiern zu sorgen. Auch die Reichswehr solle sich durch Musik usw. an diesen Feiern beteiligen. Von besonderer Bedeutung sei, welches Lied als Nationalhymne in Frage komme. Er sei der Auffassung, daß man das Lied „Deutschland, Deutschland über alles“ zur Nationalhymne erklären solle. Er wolle sich zunächst mit der Sozialdemokratischen Partei in Verbindung setzen und sie für dieses Lied zu gewinnen versuchen.

11

Staatspräsident Hieber war schon für die Verfassungsfeier 1921 als Redner vorgesehen gewesen, hatte jedoch im letzten Moment abgesagt (siehe Dok. Nr. 65, P. 2). 1922 hielt Staatspräsident Hummel die Festrede (siehe R 43 I/570, Bl. 130 f., 135, 138 f. und Schultheß 1922, S. 102).

12

Wortlaut siehe Schultheß 1922, S. 102.

Staatssekretär Göhre stellte die Frage, ob etwa an die Aufhebung der Bannmeile gedacht sei. Bejahendenfalls müsse er namens des preußischen Herrn Ministerpräsidenten davor warnen und bitten, hiervon absehen zu wollen. Der Reichsverkehrsminister schloß sich diesen Bedenken an und regte im übrigen an, den Tag möglichst volkstümlich zu gestalten.

Das Kabinett stimmte den Vorschläge zu und war der Auffassung, daß in diesem Jahre von der Aufhebung der Bannmeile Abstand genommen werden müsse, da man nicht wissen könne, ob sich nicht Elemente zu Demonstrationszügen sammeln, die Unheil anstiften würden.

Der Reichsminister des Innern wird das Weitere veranlassen.

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