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Karten militärischer Herkunft

In den Beständen des Bundesarchiv-Militärarchivs befinden sich circa 750.000 militärische Karten. Bei den militärischen Karten müssen zwei Gruppen unterschieden werden:
- Anlagekarten zu den amtlichen Schriftgutbeständen (z. B. Lagekarte mit Front-veränderungen 26. August - 17. September 1941; Anlage zum Kriegstagebuch der Heeresgruppe Süd im Südabschnitt der Ostfront)
- Militärische Kartensammlung, bestehend aus topographischen Kartenwerken und militärischen Spezialkarten (Verkehrswege, Infrastruktur, Truppenübungsplätze etc.).


Bestand RH 2 KART: Lage Stalingrad (1942/1943)

Bestand RH 2 KART: Lage Stalingrad (1942/1943)

Quelle: Bundesarchiv

übergroße militärische Lagekarten aus dem 2. Weltkrieg (aus konservatorischen Gründen in hängender Lagerung)

übergroße militärische Lagekarten aus dem 2. Weltkrieg (aus konservatorischen Gründen in hängender Lagerung)

Quelle: Bundesarchiv

Geodätische und topographische Informationen sind fester Bestandteil des Archivguts militärischer Herkunft. Das militärische Geowesen erfüllt in den Aufgabenfeldern Geodäsie und Topographie (z. B. Karten als Führungsgrundlagen), Geographie (z. B. Spezialkarten und Raumanalysen), Geologie (z. B. Geländebefahrbarkeit) und Geoinformatik (Nutzung digitaler Geodaten in Führungs- und Waffensystemen) wichtige Unterstützungsleistungen sowohl für Verteidigungs- und Sicherheitsplanungen auf strategischer Ebene als auch für den konkreten Einsatz auf operativer und taktischer Ebene. Das Spektrum militärischer Karten ist  deshalb nicht nur auf die Darstellung von Ereignissen und Bewegungen im Raum, wie sie in der klassischen Lagekarte abgebildet sind, beschränkt.
Hinzu kommen die kartographischen Darstellungen militärgeographischer Faktoren wie Infrastruktur (Industrie, Verkehr, Verwaltung, Versorgung, Kommunikation, Sanität etc.), Ressourcen (z. B. Rohstoff- und Agrarvorkommen, Bevölkerungsverteilung, demographisch-ethnographische Zusammensetzung), geographische wie politische Grenzen, Gelände-beschaffenheit, Wetter und Klima, Wasser und Gewässer, Flora und Fauna. Ausgehend vom originären Auftrag der Streitkräfte, der Landesverteidigung, erstreckt sich der geographische Bezugsrahmen des Kartenguts von den Territorien des deutschen Staates bis hin zu sämtlichen für den Einsatz deutscher Land-, See- und Luftstreitkräfte relevanten Regionen der Erde.
Folglich erstreckt sich das Archivgut der militärischen Kartensammlung von topographischen Kartenwerken der preußischen Landesaufnahme vom Deutschen Reich über Beutekarten der beiden Weltkriege (z. B. Stellungskarten, Belegungsfähigkeit von Ortschaften, Stadtpläne), Seekarten z. B. der deutschen Kolonien im pazifischen Raum (z. B. Kohlestationen), Fliegerkarten von Wehrmacht wie NATO, Verlauf von DDR-Grenzanlage bis hin zu Tiefen-karten zum U-Boot-Einsatz am Horn von Afrika oder Gelände- und Straßenbefahrbarkeitskarten der Hindukusch-Region (Usbekistan und Afghanistan).


Kartenmagazin Freiburg

Kartenmagazin Freiburg

Quelle: Bundesarchiv