Das Bundesarchiv

Direkt zur Navigation Direkt zur Unternavigation Direkt zum Artikel

Navigation

Unternavigation

Filme und Unterlagen von Filmproduktionsfirmen

Das Filmarchiv im Bundesarchiv: Was ist das?

Das Filmarchiv ist eine Abteilung des Bundesarchivs und gleichzeitig eines der größten Filmarchive der Welt und das zentrale deutsche Filmarchiv. In einem Verbund der deutschen Kinematheken arbeiten wir mit anderen filmsammelnden Einrichtungen in Deutschland zusammen; auf internationaler Ebene sind die Filmarchive in der FIAF zusammen-geschlossen. Das Filmarchiv hat klimatisierte Filmlager, ein eigenes Kopierwerk und für die Restaurierung ausgebildete Fachkräfte. Filme - auch und gerade, wenn sie für den Kino-Verleih nicht mehr von Interesse sind - können hier unter international anerkannten technischen Rahmenbedingungen auf Dauer erhalten werden.

Was sammelt das Filmarchiv im Bundesarchiv?

Im Unterschied zu anderen Abteilungen des Bundesarchivs, in denen die schriftliche Überlieferung ausschließlich von amtlichen Stellen zu finden ist, bemüht sich das Filmarchiv darum, die deutsche Filmproduktion insgesamt zu sammeln - unabhängig davon, ob ein Film z.B. bei der Bundeszentrale für politische Bildung oder einem privaten Produzenten entstanden ist. Auch Amateurfilme sind von Interesse.

Was sammelt das Filmarchiv im Bundesarchiv nicht?

Fernsehproduktionen werden hier nicht gesammelt, da die Fernsehanstalten eigene Archive haben. Auch die internationale Filmproduktion, soweit nicht in deutscher Koproduktion entstanden, werden Sie hier nicht finden.

Was wünschen wir uns von Filmproduzenten?

Durch die Konzentration auf  deutsche Filme haben wir nicht ausschließlich das Ziel, herausragende Filme zu sammeln, sondern die deutsche Filmproduktion insgesamt in einer repräsentativen Auswahl abzubilden. Deshalb interessiert für die filmographische Dokumentation zunächst jeder Titel und wir wünschen uns, daß Sie dem Filmarchiv regelmäßig Produktionsverzeichnisse mit Stabangaben und kurzen Inhaltsbeschreibungen schicken. Wahrscheinlich werden wir nicht jeden Film auf Dauer aufheben können, aber im Prinzip kommt jeder Film zunächst einmal dafür in Frage. Wir wünschen uns deshalb auch, daß Sie dem Filmarchiv eine Kopie des Endschnitts Ihrer Filme, lieber aber noch das Negativ überlassen. Schnittreste und Produktionsvorstufen wie Arbeits-, Schnittkopien, Mischbänder usw. interessieren uns weniger.

Was wünschen wir uns von privaten Abgebern?

Um die Überlieferungsgeschichte der Filme zu dokumentieren, sind bei Amateur- und Privatfilmen Angaben zur Entstehung und zum Inhalt der Filme hilfreich.  Die Auflistung/ Nummerierung der einzelnen Filmrollen/-büchsen erleichtert die Akzessionierung des Materials.

Was wünschen wir uns von anderen (institutionellen) Abgebern?

Hilfreich für den Abgleich der angebotenen Filme mit der im Bundesarchiv bereits existierenden Überlieferung ist die Aufstellung der Filmtitel und ggf. der Produktionsjahre.  Die zu übergebenden Filme sollten in einer entsprechenden Liste zusammengefaßt benannt werden.

Was bieten wir?

Das Bundesarchiv-Filmarchiv verfügt über umfassend klimatisierte Räumlichkeiten zur Lagerung von Filmen. So weisen die Magazine für die Aufbewahrung von Farbmaterialien hier nicht nur die erforderlichen Kältegrade im Tiefkühlbereich auf, sondern auch die für den langfristigen Erhalt von Farbmaterial optimale Luftfeuchtigkeit von nur 25% auf. Die Lagerung des Filmmaterials in den Magazinen ist für Sie kostenlos. Sie müssen lediglich Transportkosten übernehmen, wenn Sie zwischenzeitlich Ihr Filmmaterial noch einmal benötigen oder es wieder auslagern wollen.

Ihrer Filme werden in die Film-Datenbank aufgenommen, dort inhaltlich beschrieben und verschlagwortet, so daß deren Recherche und Nutzung nach konservatorischer möglich wird.

Welche Rechte haben Sie?

Wir schließen mit Ihnen einen Vertrag, der die Bedingungen der Einlagerung regelt. Wir schlagen Ihnen einen Vertragstext vor, der entsprechend Ihrer Vorstellungen verändert werden kann. Sie bleiben Eigentümer des Filmmaterials, geben es aber als Dauerleihgabe an uns. Wann immer Sie wollen, können Sie auf Ihr Material zurückgreifen. Wir organisieren den Transport. Die Kosten müssen allerdings Sie tragen. Eine Nutzung in unseren Räumen ist ebenso möglich, entweder durch Sie oder durch einen von Ihnen Beauftragten. Anderen Personen steht Ihr Material nicht zur Verfügung. Das Bundesarchiv erwirbt ebensowenig Ansprüche im Sinne des Urheberrechts. Die Auswertung der Filme bleibt Ihnen bzw. dem Rechteinhaber unbenommen.

Welche Rechte hat das Bundesarchiv?

Wir erwarten, daß Sie uns als Gegenleistung für die unentgeltliche Lagerung eine Kopierlizenz einräumen. Wir werden also zu gegebener Zeit Ihr Material möglicherweise als Ausgangsmaterial verwenden und Duplikate anfertigen. Wir verfolgen damit zwei Ziele: Zum einen benötigen wir ein Duplikat als Sicherungsstück, das bei Schäden an Ihrem Material Ersatz garantiert. Dieses Sicherungsstück ist öffentlich nicht zugänglich. Zum anderen stellen wir ein weiteres Duplikat als Benutzungsstück her. Diese Duplikate sind materiell betrachtet Eigentum des Bundesarchivs. Da sie aus Steuermitteln finanziert werden, besteht der Anspruch auf eine Sichtung der Benutzungskopien in den Räumen des Bundesarchivs für Interessenten auf Antrag. Selbstverständlich bleibt Ihr Ausgangsmaterial unter Verschluß und wird weiterhin nur Ihnen oder unmittelbar von Ihnen Beauftragten vorgelegt.

Welche Pflichten hat das Bundesarchiv?

Sobald ein Interessent die Benutzungskopie für eine Vorführung oder eine Duplizierung ausleihen möchte, kann er das nicht ohne Ihre Genehmigung bzw. diejenige des Rechteinhabers tun. Das Bundesarchivgesetz legt zweifelsfrei fest, daß in diesen Fällen das Urheberrecht das höhere Rechtsgut ist, das es zu beachten gilt. Sollte also der Wunsch bestehen, eine Kopie auszuleihen, wird diese für den Interessenten hier zunächst nur reserviert und erst dann verschickt, wenn er einen Lizenzvertrag abgeschlossen hat und wir die schriftliche Genehmigung des Rechteinhabers für einen Versand vorliegen haben. Kopien für eine Vorführung werden den Spielstellen dann unmittelbar zugeleitet. Für eine Duplizierung schicken wir das Material ausschließlich in gewerbliche Kopierwerke und händigen es den Interessenten nicht unmittelbar aus. Kosten, die im Zusammenhang mit Versand, Vorführung und Duplizierung entstehen, trägt vollständig der Benutzer.

Wann fertigen wir weitere Kopien an?

Das Filmarchiv ist ein historisches Archiv: Zwischen dem Erwerb eines Filmes und seiner aktiven konservatorischen Sicherung durch Herstellung von Duplikaten liegen in aller Regel mehrere Jahre.   Trotzdem möchten wir auch das Material neu produzierter Filme schon jetzt hierher holen, um es durch optimale Lagerbedingungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt bereits passiv sichern zu können.

Kontakt

Tel.: 030 18/7770-988
E-Mail: filmarchiv@bundesarchiv.de


Weitere Informationen