Archivinspektoranwärter/in (gehobener Archivdienst)
Was macht ein/e Archivar/in des gehobenen Archivdienstes im Bundesarchiv?
Archivarinnen und Archivare des gehobenen Dienstes sind im Bundesarchiv in der Regel als Sachbearbeiter/innen tätig. Ihr Arbeitsbereich umfasst im Wesentlichen fünf Felder:
Behördenberatung: Um die Unterlagen, Bilder, Filme etc. fachgerecht übernehmen zu können, müssen die abgebenden Behörden regelmäßig beraten werden. Dies gilt besonders bei elektronischer Aktenführung, um technische und organisatorische Schwierigkeiten bei der Abgabe ins Archiv zu vermeiden.
Bewertung: Die übernommenen Unterlagen müssen bewertet werden. Dabei wird geprüft, welche davon dauerhaft als Archivgut im Archivmagazin aufzubewahren sind.
Erschließung und Zugänglichmachung von Archivgut: Die Archivalien werden durch eine eindeutige Signatur gekennzeichnet, in die Überlieferungsstruktur eingeordnet und durch einen aussagekräftigen Titel beschrieben. Das Ergebnis steht über Online-Findbücher und über eine Datenbankrecherche im Benutzersaal allen Interessierten zur Verfügung. So wird das Archivgut dem Bürger, der Forschung und der Verwaltung zugänglich gemacht.
Benutzerbetreuung: Anfragen werden schriftlich und telefonisch beantwortet, Archivbesuche vorbereitet sowie Benutzerinnen und Benutzer im Lesesaal persönlich betreut.
Bestandserhaltung: Um das Archivgut den kommenden Generationen zu bewahren, ist es notwendig, ununterbrochen darauf zu achten, dass es keinen Schaden nimmt.
Was wird von einer Archivarin/einem Archivar des gehobenen Dienstes erwartet?
- Interesse an Geschichte, insbesondere der deutschen Zeitgeschichte, und Verständnis für historische Zusammenhänge
- Interesse an der inhaltlichen Erschließung von Schriftgut und audiovisuellen Quellen
- sichere Kenntnisse im Umgang mit dem PC und Interesse an IT – gestützten Arbeitsverfahren
- Sorgfältiges, zielorientiertes und selbständiges Arbeiten
- Gute sprachliche und kommunikative Fähigkeiten
- Flexibilität und hohe Leistungs- und Lernbereitschaft
- Systematisch-analytisches Denken, rasche Auffassungsgabe und Kooperationsfähigkeit
- Uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft im Bundesgebiet
Wie ist die Ausbildung (Vorbereitungsdienst) aufgebaut?
Der Vorbereitungsdienst dauert drei Jahre und gliedert sich in Fachstudien und berufspraktische Studienzeiten an verschiedenen Dienstorten des Bundesarchivs (in der Regel Koblenz, Berlin und Freiburg i. Br.) von jeweils achtzehn Monaten. Die Fachstudien werden an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen und an der Archivschule Marburg – Fachhochschule für Archivwesen – durchgeführt.
Was brauche ich für eine Bewerbung?
- Fachhochschulreife oder eine andere zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder einen hochschulrechtlich als gleichwertig anerkannten Bildungsstand
- Hinreichende Kenntnisse in Englisch und Latein oder Englisch und Französisch
- Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Bundesbeamtenverhältnis
Wie bewerbe ich mich?
Aktuelle Stellenausschreibungen werden auf den internetseiten des Bundesarchivs und der Archivschule Marburg in Marburg eingestellt.
Hinweis:
Die Ausschreibungen richten sich insbesondere an Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Auch Bewerbungen von Studentinnen und Studenten der ersten Semester (bis Bachelor/Zwischenprüfung) werden gerne entgegengenommen. Hochschulabsolventinnen und –absolventen wird bei vorliegenden Voraussetzungen empfohlen, sich ausschließlich auf die Ausschreibung von Stellen für Archivreferendarinnen und Archivreferendare zu bewerben.
Weitere Informationen:
- Das Berufsbild(pdf, ~72.78KB)
- Papier des Arbeitskreises Berufsbild des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare.
- Ausbildungsverordnung gehobener Archivdienst
- Verordnung über die Laufbahn, Ausbildung und Prüfung für den gehobenen Archivdienst des Bundes vom 15. August 2002.

