Das Bundesarchiv

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Abteilung Deutsche Demokratische Republik (Abt. DDR)

Die Abteilung DDR ist zuständig für die zivile Überlieferung des zentralen Staatsapparates der DDR und seiner Vorläufer in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).

Die Unterlagen der obersten Organe der Staatsführung (u.a. der Volkskammer, des Staatsrates und des Ministerrates der DDR) sowie der Ressorts für Inneres und Justiz, Kirchen, Finanzen, Post, Bildung, Kultur, Arbeit, Sozial- und Gesundheitswesen, Jugend und Sport, Statistik, Forschung und Technik, Bauwesen und Verkehr, Landwirtschaft, Umwelt, Handel und Wirtschaft werden im Bundesarchiv gesichert und zur Benutzung bereitgestellt. Das staatliche Archivgut wird durch Nachlässe sowie Karten und Luftbilder ergänzt. Insgesamt ergibt sich so ein Gesamtumfang der Bestände von über 42.000 laufenden Metern.

Aus zahlreichen aufgelösten Rechenzentren gelangten digitale Unterlagen von DDR-Behörden ins Bundesarchiv. Sie werden in Koblenz dauerhaft gesichert, dokumentiert und benutzbar gemacht. Vorhanden sind z.B. Dateien des Staats- und des Ministerrates der DDR, der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik, der Ministerien des Innern, für Außenhandel und innerdeutschen Handel, für Volksbildung, für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft sowie des Instituts für Technologie und Grundfondsökonomie im Gesundheits- und Sozialwesen und des Kommandos der Grenztruppen.

Das Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten befindet sich im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes. Die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit und der früheren Stasi werden nach einem Spezialgesetz, dem BStuG, von der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) aufbewahrt und für die eigene Auskunftstätigkeit benutzt. Dort können sie für Nachforschungen zum eigenen Schicksal eingesehen werden. Das Archivgut der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR ist in der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg im Breisgau zugänglich.

Größere Überlieferungslücken bestehen bei den schon zu Zeiten der DDR, verstärkt aber an ihrem Ende aus politischen Gründen vernichteten Verschlusssachen.

Aufgrund des zentralistischen Staatsaufbaus haben die Unterlagen zentraler Institutionen auch Aussagewert für Detailfragen des Verwaltungshandelns. Wegen der verfassungsmäßig verankerten führenden Rolle der SED als Staatspartei und der monopolartigen Stellung der Massenorganisationen empfiehlt sich vielfach eine komplementäre Auswertung des Archivgutes der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv.