2.22.15 (k1954k): A. Außenpolitische Lage

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Palais SchaumburgBandrücken der EditionÜberreichung des ersten Bandes an Bundeskanzler Helmut SchmidtDas Bundesarchiv, KoblenzKabinettssitzung 1956

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[A.] Außenpolitische Lage

Der Bundeskanzler teilt dem Kabinett seine Ansichten über die gegenwärtige weltpolitische Lage mit 83. Nach seiner Auffassung ist die augenblickliche Krise in Guatemala 84 als weltpolitisch besonders ernst anzusehen im Hinblick auf die mögliche Gefährdung des Panama-Kanals 85.

83

Hierzu findet sich in Nachlaß Seebohm/8c folgende Eintragung: „1.) Indochina: Debatte um Kabinett Laniel beginnt heute. Sturz wegen Genf nicht wahrscheinlich, sehr gefährliche Situation in Mittelamerika. Guatemala hat kommunistische Mehrheit. Materialtransporte von Stettin aus Polen. USA sehen darin Bedrohung des Panamakanals und werden voraussichtlich eingreifen; Panamakanal verwundbarste Stelle. Küstenkontrolle auf Waffen durch USA auf allen Schiffen, auch auf deutschen Schiffen. Mehrheit für EVG in Frankreich sehr gering, aber seit Abstimmung Sozialisten sicherer Einfluß des Votums der Generale (Juin, Weygand etc.). Kommunistische Umtriebe in Nordafrika (Manöver gegen EVG und gegen Entlastung Indochinas). Vertrauliche Unterrichtung der Reeder scheint angebracht." Vgl. dazu die handschriftliche Aufzeichnung Hallsteins vom 1. Juni 1954 in Nachlaß Hallstein/125-126: „BK: Indochina sehr ungünstig militärisch, gefährl[iche] Sit[uation] in Guatemala, kommunistische Waffentransporte aus Polen. USA können nicht zulassen, daß Panama-Kanal lädiert oder v[on] kommunistischer Macht beherrscht [...] Weltlage d[ur]ch Guatemala u[nd] Nordafrika eher ernster." Vgl. dazu Parlamentarischer Bericht des BPA vom 12. Juni 1954 in B 145/1902.

84

Vgl. dazu Keesing 1954 S. 6664, EA 1954 S. 4543. - In einem Interview, das der Präsident von Guatemala, Oberst Jacobo Arbenz Guzman, einem Korrespondenten von Le Monde gewährte, protestierte der guatemaltekische Präsident gegen den amerikanischen Vorwurf, Guatemala sei ein kommunistischer Brückenkopf; er führte die Differenzen mit den USA auf das unbillige Vorgehen der amerikanischen Firma United Fruit Company zurück (ebenda S. 4564, vgl. auch S. 4590-4592).

85

Siehe dazu FRUS IV pp. 1027-1239 (Relations of the United States und Guatemala, with special reference to the concern of the United States over Communist activity in Guatemala).

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